Trinkspiel sog. «Werthemannscher Hirsch»
Trinkspiel sog. «Werthemannscher Hirsch» - 1
Trinkspiel sog. «Werthemannscher Hirsch» - 2
Trinkspiel sog. «Werthemannscher Hirsch» - 3
Goldschmiedekunst

Trinkspiel sog. «Werthemannscher Hirsch»

Augsburg, 1610–1615
Joachim Fries (um 1579–1620)
Silber, teilvergoldet und z.T. gefasst (Kaltemail)
H. 33,9 cm, L. 24,6 cm, T. 12,5 cm
Gewicht 3528,3 g; H. 6 cm (Sockel)
Inv. 2005.336.

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CHF 40.00

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Zu den kostbarsten, weil in hohem Masse charakteristischen und aufwendig ausgeführten Leistungen der Augsburger Goldschmiede um 1600 gehören die sog. Trinkspiele, ein erlesener Teil höfischer Tafeldekoration. Viele dieser Werke sind mit einem automatischen Räderwerk versehen. In der Werkstatt dreier berühmter Augsburger Goldschmiede sind solche Trinkspiele in Form der auf einem Hirsch reitenden Diana entstanden. Die Jagdgöttin ist von drei grösseren Hunden begleitet, zwei kleinere folgen einem laufenden Jäger. Anlässlich hoher Feierlichkeiten bei Hofe trug das Trinkspiel zur Belustigung der Gäste bei. Zunächst füllte man den hohlen Körper des Hirsches, dann den des grössten Hundes mit Wein, danach rollte das durch ein Räderwerk aufgezogene Trinkgefäss in unvorhersehbaren Bahnen über den Tisch. Das Gästepaar, vor welchem der fahrende Pokal stehen blieb, musste gleichzeitig den Mund zum Austrinken ansetzen: der Herr trank nach Abnahme des Hirschkopfes, die Tischnachbarin nach der des Hundekopfes. In der Zufälligkeit und Spannung, zu welchem Paar an der Tafel der Automat wohl hinfuhr und wie geschickt es dann den Wein zu trinken vermochte, lag der besondere Reiz des Spiels.

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