Theaterzettel für die Aufführung «Hanns Wurst, ein Spieler, und Colombine, eine Scheinheilige»

Theaterzettel für die Aufführung «Hanns Wurst, ein Spieler, und Colombine, eine Scheinheilige»

Basel, wohl 1749
Letterndruck auf Papier
H. 33 cm, B. 18 cm
Inv. 1988.234.

Bildauflösung:
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CHF 40.00

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Theaterzettel wurden am Ort der Aufführung gedruckt und erst am Tag der Vorstellung aufgehängt. Sie waren Werbe- und Informationsmedium, aus dem die Schauspielertruppe, die gespielten Stücke, Zeit und Ort, die Preise und oft auch die Namen der beteiligten Schauspieler zu entnehmen waren. Ihre Verwendung als Aushangmedium hat zur Folge, dass sie recht selten und zudem oft schlecht erhalten sind. Bei diesem Blatt, auf dem eine Aufführung der Kompanie Schuch angekündigt wurde, ist der untere Teil beschädigt, so dass die Jahreszahl fehlt. Die weitgereiste «Schuchische Gesellschaft Deutscher Schauspieler» mit dem Prinzipal Franziskus Schuch (wohl 1716 Wien–1763/64 Frankfurt), der stets in der Rolle des Hanswurst brillierte, ist in Basel für die Jahre 1747, 1749 und 1751 bezeugt. Isaak Iselin (1728–1782) hat mehrfach seine Vorstellungen besucht, doch anscheinend nur dann, wenn französische Schauspiele gegeben wurden. Mit dem Programm, das auf diesem Zettel angekündigt wurde, huldigte Schuch einer älteren und volkstümlicheren Tradition, die von vielen Gebildeten in der Mitte des 18. Jahrhunderts bereits als abgeschmackt angesehen wurde, jedoch nach wie vor sehr viel Publikum anzog. Die Vorstellung kombinierte mehrere kurze Stücke, eine turbulente Stegreifkomödie in der Tradition der Commedia dell’arte, Tanzvorführung und Erklärung in Versform. Mit einem gemischten Repertoire, das in erster Linie solche kurzweiligen Vorstellungen, aber auch ernsthafte neuere Dramen umfasste, zog Schuch viele Besucher an und war wirtschaftlich erfolgreich.

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