Stammbaumbuch der Familie Falkner

Stammbaumbuch der Familie Falkner

Hans Hug Kluber (zugeschrieben)
Basel, 1574, mit Nachträgen bis
ins 19. Jahrhundert
Federzeichnungen auf Papier
Goldschnitt, geprägter Ledereinband
H. 19,8 cm, B. 15 cm
Inv. 1887.159.

Bildauflösung:
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Bilderchronik eines einflussreichen Geschlechts
Auf zahlreichen Doppelseiten sind verschiedene Generationen des Geschlechts der Falkner vom 13. Jahrhundert bis zum Jahre 1574 – damals wurde das Büchlein angelegt – in kommentierten Federzeichnungen dargestellt. Somit ist das Bändchen eine Art gezeichneter Stammbaum der Familie. Die Personen knien in betender Haltung in freien Landschaften oder auf Podesten und erinnern so an spätmittelalterliche Stiftergruppen. Schriftrollen und Wappen begleiten die Figuren. Die künstlerische Qualität der Zeichnungen ist bemerkenswert.

Auftraggeber war der Ehegerichtsschreiber und Augustinerschaffner Niklaus Falkner (1542–1575), dessen Vater Heinrich Falkner (1507–1566) Stadtschreiber von Basel gewesen war, während sein Onkel Beat Falkner (1520– 1564) als Meister der Zunft zu Weinleuten im Kleinen Rat gesessen hatte.

Die beiden Brüder wurden zusammen im Jahre 1563 von Kaiser Ferdinand I.

in den Adelsstand erhoben. Dieses Ereignis war vielleicht der Anlass für das Stammbaumbuch. Wegen des skizzenhaften Charakters des Bändchens wurde die These aufgestellt, dass es lediglich der Entwurf für die Fassung mit lavierten Federzeichnungen und Wappendarstellungen in Deckfarbenmalerei aus dem Jahre 1598 war (Inv.Nr. 1984.279.).

Später, d.h. nach 1574 erhielt das Büchlein Nachträge bis in das 19. Jahrhundert.

Die Zeichnungen folgen dem gleichen Schema wie im ersten Teil, erreichen aber nicht mehr die künstlerische Qualität. Das Stammbaumbuch zeugt vom ausgeprägten Traditionssinn und vom hohen Familien- und Geschlechtsbewusstsein der Familie Falkner, die im 16. und 17. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien Basels zählte.

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