Stadtmodell Barfüsserplatz und Umgebung um 1870
Stadtmodell Barfüsserplatz und Umgebung um 1870 - 1

Stadtmodell Barfüsserplatz und Umgebung um 1870

Basel, 1926
Gustav Nauer-Rüegg
B. 185 cm, L. 240 cm
Inv. 1927.10. Geschenk Dr. Rolf Nauer-Klein und Nora Peterhans-Nauer

Bildauflösung:
3564px x 2334px

CHF 40.00

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Das Modell zeigt die Quartiere um den Barfüsserplatz von der Elisabethenkirche bis zur Pfluggasse und von der Freien Strasse bis zur Kohlenberggasse im Zustand von 1870. Im Zentrum zu sehen ist die Barfüsserkirche, daneben das Kaufhaus und die dazugehörigen drei Tore aus der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Kaufhaus wurde 1874 abgebrochen, um für den Bau des neuen Musiksaals (1875/76) Platz zu machen. Dieser ergänzte das 1825 von Melchior Berri gebaute Casino. Angrenzend an den Steinenberg sind die Klostergebäude des Frauenklosters St. Magdalena an den Steinen vor ihrem Abbruch im Jahr 1875 zu sehen. An einigen Stellen fliesst der Birsig noch offen durch die Stadt, so „in den Steinen“ und durch die heutige Falknerstrasse.
Die Zeit um 1870 war die Epoche vor den enormen baulichen Eingriffen in das Gefüge der Stadt. Seit dem späten 19. Jahrhundert erfuhr das Gesicht der Stadt Basel eine massive Veränderung: Aus der Kleinstadt wurde eine grossstädtisch geprägte Industriestadt. Lebten 1837 in Basel noch 22 000 Menschen, zählte man 1910 bereits 132 000 Einwohner. Die Textilindustrie, die chemische Industrie und die zunehmende Zahl an Fabrikbetrieben boten neue Verdienstmöglichkeiten. Dies bewog Tausende von arbeitssuchenden Menschen aus umliegenden Gebieten zur Migration in die Stadt. Der Ausländeranteil vor dem Ersten Weltkrieg betrug 37%. Viele Menschen lebten in bescheidenen Verhältnissen in überfüllten Wohnungen, vor allem in den Gassen der Altstadt. Was heute im Modell so malerisch erscheint, war im 19. Jahrhundert ein Elendsviertel. Die hygienischen Zustände rund um den offen durch die Stadt fliessenden Birsig waren miserabel.
Das Modell wurde in 12jähriger Arbeit im Massstab 1:200 vom Ingenieur und Gewerbeschullehrer Gustav Nauer-Rüegg gebaut. Er orientierte sich für seine sorgfältig ausgeführte Arbeit an Pläne, Skizzen, Stiche und Fotografien. 1926/27 wurde das Modell der Öffentlichkeit gezeigt, gelangte dann ins Depot des Museums Kleines Klingental und kam 1997 als Schenkung in die Sammlung des HMB.

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