Schulwandbild «Die Metamorphose des Seidenspinners»

Schulwandbild «Die Metamorphose des Seidenspinners»

Verlag C. C. Meinhold
Dresden, um 1900
Lithographie, koloriert
auf Leinen aufgezogen
H. 88 cm, B. 63,3 cm
Inv. 2005.147.

Bildauflösung:
4134px x 4134px

CHF 40.00

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Didaktischer Wandschmuck im Klassenzimmer
Bereits auf Abbildungen von Klassenzimmern aus dem 18. Jahrhundert sieht man grossformatige Bilder und Landkarten an den Wänden. Vor allem aber während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Gattung der Schulwandbilder zum wichtigsten Lehrmittel im Biologie- und Geographieunterricht.

Naturwissenschaftliche Schulwandbilder sind ausgesprochen didaktisch in der Darstellung. Beigegebene Massstäbe geben die relativen Grössenverhältnisse an, Schemazeichnungen und Querschnitte erlauben sonst nicht mögliche Ansichten. Auch zeitlich aufeinander folgende Phasen werden gleichzeitig dargestellt, um den Ablauf einer Entwicklung aufzuzeigen. Dieses Schulwandbild demonstriert die verschiedenen Entwicklungsstufen, die eine Seidenspinnerraupe auf einer Maulbeerpflanze durchlebt.

Diese konzentrierte Darstellungsform der Metamorphose eines Falters auf seiner jeweiligen Wirtspflanze ist von Maria Sibylla Merian in die wissenschaftliche Illustration eingeführt worden. Schon im ersten, 1679 erschienenen Band ihres Werkes «Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung» wandte sie dieses Verfahren in ausgereifter Form an und wählte für das Titelbild die Darstellung zweier Maulbeerzweige mit Seidenspinnerraupen.

Deren Entwicklung zu Faltern hatte, als sie dreizehn Jahre alt war, ihr naturwissenschaftliches Interesse geweckt.

Angesichts der grossen Bedeutung der Basler Seidenbandindustrie kann man vermuten, dass Schulwandbilder mit der Metamorphose des Seidenspinners häufig im Unterricht an Basler Schulen eingesetzt wurden.

Der Schweizer Bedarf an Wandbildern für die Schule wurde lange durch Lehrmittelverlage in Deutschland gedeckt. Eine spezifische Schweizer Produktion setzte erst 1935 ein, nachdem beschlossen worden war, keine Lehrmittel mehr aus dem nationalsozialistischen Deutschland zu importieren und deshalb das Schweizerische Schulwandbilder Werk gegründet wurde.

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