Saugflasche

Saugflasche

19. Jahrhundert
Glas, Saugstück aus Zinn
H. 15 cm
Inv. 1936.118.

Saugflasche
erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
Glas, mit Schliffdekor
Saugstück aus Zinn
H. 18,6 cm, Dm. 7 cm
Inv. 1880.217.

Saugflasche
Um 1800
Glas, teilweise geätzt, Golddekor
Saugstück aus Silber
H. 20,3 cm
Inv. 1910.198.

Saugflasche
Mitte des 19. Jahrhunderts
Glas, mit Schliffdekor
Saugstück aus Silber
H. 15 cm, Dm. 5,7 cm
Inv. 2002.359.

Saugflasche
19. Jahrhundert
Glas, mundgeblasen
L. 22,8 cm, B. 8 cm, H. 4 cm
Inv. 1988.247.

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Flasche statt Mutterbrust
Die Ernährung von Säuglingen an der Mutterbrust war längst nicht zu allen Zeiten eine selbstverständliche Gepflogenheit. Wenn die Mutter nicht selbst stillte und keine Amme nehmen wollte oder konnte sowie zum Nachfüttern älterer Kinder, kamen Saugflaschen – in Basel als «Schoppe», ansonsten oft als «Ludeln» bezeichnet – zum Einsatz. Ludeln wurden in verschiedenen Materialien hergestellt. Hölzerne, gedrechselte Ludeln sind seit dem 15. Jahrhundert belegt. Seit dem 17. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert waren Flaschen aus Zinn in Gebrauch. Im 18. Jahrhundert kamen – teilweise anstelle der Zinnludeln – Schoppenflaschen aus Glas auf den Markt. Die Flaschen weisen zumeist eine konische Form auf und haben ein abschraubbares Mundstück aus Zinn, seltener aus Silber. Dem Silber wurde keimtötende Wirkung zugesprochen, aber es war kostspieliger als das viel häufigere Zinn, das zudem leichter zu verarbeiten war. Zwar war man um einen möglichst hohen Reinheitsgehalt des Zinns bemüht, doch ging es bei der Diskussion um die Schädlichkeit der metallenen Sauger weniger um die Gefahren von Bleivergiftungen, als vielmehr um die Verletzbarkeit der kindlichen Lippen und Schleimhäute durch die Härte des Metalls. Um 1800 kamen die flachen, bootsförmigen Glasflaschen auf, die sich leichter reinigen und sauber halten liessen und die in Basel «Ämmeli» oder «Mämmeli» genannt wurden.

Mitte des 19. Jahrhunderts gelang in den USA die Herstellung von Gummisaugern, die nach 1870 auch in Europa verwendet wurden. Der Gummisauger war hygienischer, frei von schädlichen Bestandteilen, weich und kostengünstig.

Der Grund dafür, dass die Überlebenschancen der Flaschenkinder schlechter waren, lag jedoch weniger an der Flasche als an deren Inhalt. Erst mit der besseren Analyse der Muttermilch war die Möglichkeit zur Herstellung bekömmlicher Ersatznahrung gegeben.

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