Porträt des Daniel Hey

Porträt des Daniel Hey

Unbekannter Künstler, Basel (?), 1775 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 89,5 cm, B. 70 cm
Inv. 1937.29.

Bildauflösung:
4094px x 5197px

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Daniel Hey (1735–1780), der in diesem Porträt in entspannter Haltung und lässiger Bekleidung dargestellt wird, war Sohn der Basler Friedrich Hey (1699–1780) und Barbara Lichtenhahn. Das Halbfi gurenbild zeigt Daniel Hey im Negligé mit einfacher Kopfbedeckung und Hausmantel, in einer Kleidung also, wie man sie, fern von repräsentativen Pfl ichten, im eigenen Hause trug. Dieser informelle Bildnistyp war in der Zeit der Aufklärung sehr beliebt, und vergleichbare Porträts betonten die privaten Seiten auch von berühmten Dargestellten.
Auf dem Tisch neben Daniel Hey liegt eine zusammengeknüllte Landkarte. Darauf sind die Wörter GEDRUCKT FRIDAU und die Zahl MDCCLXXV zu lesen. Damit kommt nicht nur auf indirektem Wege eine Datierung in das Bild, sondern auch ein Hinweis auf die Profession des Dargestellten. Denn Daniel Hey war seit 1773 Teilhaber der Firma Mayer, Hey und Compagnie, die im Schloss Fridau in Ober-Grafendorf (bei St. Pölten in Niederösterreich) eine Stoffdruckerei betrieb. Im Jahr 1775 produzierte man dort – als ein sehr anspruchsvolles drucktechnisches Unterfangen – u. a. jene detaillierte und recht grossformatige Landkarte von Polen, die in der Ecke des Porträts dargestellt ist. Ein Exemplar dieser Karte hat sich in der Sammlung des Historischen Museums Basel (Inv. 1897.283.) erhalten und bezeugt die korrekte Wiedergabe im Gemälde.
Es ist das Porträt eines erfolgreichen Geschäftsmannes, der entspannt im häuslichen Ambiente sitzt, die Perücke abgelegt hat und sich nun eine Prise Tabak genehmigt.
Grund für die so offensichtlich vorgetragene Zufriedenheit ist der wirtschaftliche Erfolg, auf den in Form der in seiner Fabrik produzierten Landkarte angespielt wird. Doch Daniel Hey konnte sich dieser Position nicht mehr lange erfreuen.
Bereits 1780 starb er 45-jährig in Niederösterreich.
Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof des nahe bei Schloss Fridau gelegenen Ortes Rennersdorf, wo bis zum 1781 erlassenen Toleranzpatent Kaiser Josephs II. die im katholischen Gebiet verstorbenen Protestanten beigesetzt wurden.

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