Porträt der Susanna Burckhardt-Lang

Porträt der Susanna Burckhardt-Lang

Alois Keigerlin, Basel, 1816
Aquarell
H. 13,4 cm (ohne Rahmen)
Inv. 1949.102.

Bildauflösung:
2191px x 2592px

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Susanna Lang (1786–1878), eine gebürtige Bernerin, hatte im Jahre 1811 den Basler Grosskaufmann Johann Lukas Burckhardt (1773–1836) geheiratet, der in Moskau ein bedeutendes Handelshaus besass und später der erste Schweizer Konsul in Moskau wurde. Die beiden hatten sich wohl über den Pelzhändler und Brantweinfabrikanten Laurenz Graf aus Heiden (AR) kennengelernt, der von 1809 bis 1832 in Moskau ansässig war und mit Elisabetha Maria Lang, der jüngeren Schwester von Susanna Lang, verheiratet war. Im Jahr nach der Heirat wurde Johann Lukas und Susanna Burckhardt-Lang ihr einziges leibliches Kind, eine Tochter namens Emilie geboren. Sie wurde in der reformierten Kirche in Moskau getauft, starb aber bereits vier Jahre später. Zuvor schon hatte das Ehepaar Burckhardt-Lang mehrere Schweizer Adoptiv- und Pfl egekinder bei sich aufgenommen, da bei dem grossen Brand Moskaus im Dezember 1812 und der Invasion der napoleonischen Truppen auch zahlreiche Schweizer umgekommen waren. Auch ihre Nichte Maria (gen. Maschinka) Graf, deren Vater 1832 in die Schweiz zurückgekehrt war, wurde von Susanna Burckhardt-Lang aufgezogen. Nach dem Tod des Johann Lukas Burckhardt in Moskau im Jahre 1836 übernahm einer der Pfl egesöhne die Leitung der Firma.
Nach fünf Jahren machte er sich selbständig, und Susanna Burckhardt-Lang teilte 1841 den Basler Geschäftspartnern Forcart-Weiss mit, dass sie nun die Firma allein zu führen gedenke. Einige Jahre danach heiratete sie erneut, den zwanzig Jahre jüngeren Tabakhändler de Brek aus Strassburg, und trat die Leitung ihres Geschäftes zum Ende des Jahres 1845 an einen weiteren Pfl egesohn ab. Nach geschäftlichen Misserfolgen musste die Moskauer Firma schliesslich die Zahlungen einstellen, und Susanna de Brek war gezwungen, das Landgut Maienfels bei Pratteln, wo sie seit vielen Jahren regelmässig die Sommer verbracht hatte, zu verkaufen.
In Wiesbaden, zuletzt wieder in Basel, verbrachte sie mit ihrem zweiten Mann ihre letzten Lebensjahre und starb 1878 mit über 90 Jahren.
Das Miniaturporträt des aus Süddeutschland stammenden Malers Alois Keigerlin zeigt sie als Dreissigjährige und entstand vermutlich während eines ihrer zahlreichen Aufenthalte in Basel.

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