Pokal des Basler Domkapitels
Pokal des Basler Domkapitels - 1
Goldschmiedekunst

Pokal des Basler Domkapitels

Augsburg, 1759 datiert
Goldschmied: Georg Ignatius Christoph Baur (1727 - 1790)
Silber, gegossen, getrieben, graviert, ziseliert und vergoldet; Email
H. 36.7 cm (Gesamt); H. 27 cm (Pokal); H. 10.6 cm (Deckel); Dm. 14.9 cm (Fuss); Dm. 12.9 cm (Deckel); Gewicht 1055.45 g (Gesamt); Gewicht 767.75 g (Pokal); Gewicht 287.7 g (Deckel)
Inv. 2014.571.

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Der reich mit Rocaille-Ornament getriebene und gravierte Deckelpokal war eine Dankesgabe des Basler Domkapitels. Im Inneren des Deckels ist ein Emailmedaillon mit der Himmelskönigin Maria mit Kind und dem Wappen des Bistums Basel angebracht. Vor dem hellen Strahlenkranz erscheint die Inschrift "THUMST. BASEL 1759" (Domstift Basel 1759). Das Geschenk ist durch einen zugehörigen Brief aus demselben Jahre gut dokumentiert: Der bischöfliche Hofrat Johannes Anton Streicher bringt in dem 22. Juli 1759 datierten Schreiben, das dessen Siegel trägt, die Hochachtung der schenkenden Domherren gegenüber dem Kaufmann Samuel Koechlin zum Ausdruck. Samuel Koechlin (1719-1776), der 1746 in Mulhouse die erste Indienne-Fabrik gegründet hatte und zu beachtlichem Besitz gelangt war, lieh dem Bistum Basel Geld zu niedrigen Zinsen. Es ist bemerkenswert, dass das Domkapitel diese Dankesgabe nicht bei einem hiesigen Goldschmied in Auftrag gab, waren doch etliche ausgezeichnete Goldschmiede in Basel tätig. Vielmehr ging der Auftrag an den kurfürstlichen Hofgoldschmied Georg Ignatius Baur (1727-1790) in Augsburg, der Werke im Stil des Rokoko und später des Klassizismus fertigte. Der in Biberach geborene Baur wurde 1750 Meister in Augsburg und schuf zahlreiche liturgische Goldschmiedewerke für die katholische Kirche.
Der verhältnismässig grosse Pokal ist von hervorragender handwerklicher Qualität und hat ein recht hohes Gewicht, was für einen beträchtlichen Wert des silbervergoldeten Prunkstückes spricht. Dank der Unterstützung des Vereins für das HMB und der Singenbergstiftung bereichert dieses Werk nun die Sammlung von Goldschmiedeobjekten im HMB, in der bis dato kein Pokal im Rokokostil vorhanden war.

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