Papiertheater mit reicher Ausstattung (Proszenium, Hintergründe und Kulissen, Figuren, Textheft)
Spiele und Spielzeug

Papiertheater mit reicher Ausstattung (Proszenium, Hintergründe und Kulissen, Figuren, Textheft)

Basel, um 1845/50
Ludwig Adam Kelterborn (1811-1878)
Aquarell über Bleistiftvorzeichnung, auf Karton aufgezogen, ausgeschnitten
Holz, Hanfschnüre, Metallösen
H. 55,5 cm, B. 45 cm, T. 49 cm (Theater)
H. 17,5-18,5 cm, B. 25,5-27 cm (Hintergründe)
H. 17,5-18,5 cm (Seitenkulissen)
Inv. 2007.524.

Bildauflösung:
3244px x 2538px

CHF 40.00

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Zum Schaffen des Malers und Zeichenlehrers Ludwig Adam Kelterborn (1811 Hannover - 1878 Basel) hat das Historische Museum Basel eine enge Beziehung. Schliesslich lebte und wirkte er lange Jahre in dem Haus Steinenberg 4, das 1822/23 als Schulhaus erbaut, von 1858 bis 1893 als Zeichnungs- und Modellierschule der GGG diente und seit 1903 die Verwaltung des Historischen Museums beherbergt. Ein prachtvolles, für seine drei Töchter geschaffenes Puppenhaus, im Haus zum Kirschgarten ausgestellt, zeugt von seiner handwerklichen Begabung, von Phantasie und liebevoller Hinwendung zu seinen Kindern.

Ein grosser Bestand an Teilen für ein Papiertheater für Kinder, der sich seit 1960 in der Sammlung befindet, wird nun durch eine Neuerwerbung wunderbar ergänzt. Ein kleinformatiges Theater, komplett erhalten mit Proszenium, zahlreichen Hintergründen, Kulissen und Figuren kam als Schenkung aus der Familie in die Sammlung. Anders als bei den häufig vertretenen, etwas später entstandenen Theatern aus den grossen Verlagen in Deutschland und Frankreich, die ihre Erzeugnisse in lithographischer Technik in grosser Anzahl herstellten, handelt es sich bei diesem Bestand um eine Einzelanfertigung. Die Bühnenfront mit Apollo auf dem Sonnenwagen, der gemalte Vorhang, die Quadergliederung der Seitenflügel sowie die zahlreichen Hintergründe und Kulissen schuf Kelterborn selbst. Ob nördliche Schneelandschaft mit Sternenhimmel oder tropischer Urwald, ob alpenländische Bauernstube oder orientalischer Palastinnenraum - bei allen selbst gestellten Aufgaben bewährte sich Ludwig Adam Kelterborn bestens und schuf mit Sorgfalt, Phantasie und Hingabe Kinderspielzeug von bedeutender Qualität und künstlerischem Anspruch. Nicht alles hat sich erhalten, an technischen Raffinessen scheint ursprünglich noch weitaus mehr vorhanden gewesen zu sein. Doch aus der Aufzählung, die sein Sohn Louis Kelterborn in seinen Lebenserinnerungen gibt, spricht auch viele Jahre danach vor allem noch kindlicher Stolz auf den liebevoll tätigen Vater: «Da gab es zwei grosse Theater mit allen erdenklichen Bühneneinrichtungen, Verwandlungen, Versenkungen, Beleuchtungsapparaten, Mond- und Sonnenaufgängen, Schwimmvorrichtungen, Blitz- und Donnermaschinen, und nicht nur sämtliche Dekorationen und Figuren, sondern das ganze Gehäuse waren des Vaters eigenes Werk.»

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