Modell eines gotischen Basler Hauses
Modell eines gotischen Basler Hauses - 1

Modell eines gotischen Basler Hauses

Basel, 1991


Inv. 2011.263.

Bildauflösung:
5484px x 7320px

CHF 40.00

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Das allansichtig angelegte Modell gibt Einblick in ein gotisches Basler Haus im Massstab 1:12 im Wohnzustand der 1920er Jahre. Mit grosser Liebe zum Detail hat Rudolf Feuerstack, der früher als Beleuchter an der Bühne des Goetheanums in Dornach sowie im Bühnenbau in Hamburg tätig war, dieses Modell im Jahre 1991 komplett in Eigenanfertigung geschaffen. Nachdem er zuvor eine Reihe von phantasievollen Puppenhausbauten hergestellt hatte, entstand der Wunsch, ein genaueres Modell eines gotischen Wohnhauses zu fertigen. Feuerstack entwarf ein solches aus der Kenntnis einiger spätmittelalterlicher Fachwerkhäuser am Spalengraben in Basel, wobei es sich nicht um das getreue Abbild eines wirklichen Hauses handelt. Bei der Haustüre orientierte er sich am Eingang des Hauses am Münsterplatz 6. Auf die Einfügung von Staffagefiguren wurde bewusst verzichtet, um nicht den Eindruck eines Puppenhauses zu erwecken.
Die im Erdgeschoss eingerichtete „Spezereihandlung“ birgt ein beachtliches Sortiment an Back- und Süsswaren, Wurst und Käse sowie Konserven und Getränken „en miniature“. Im angrenzenden Raum werden desgleichen Vorräte in Körben, Säcken und Holzpaletten gelagert. Der Wohnbereich im ersten Stock wird über eine lange Treppe erschlossen. Wohnzimmer und Küche sind mit Eisenöfen ausgestattet. Die Wohnausstattung ist geprägt vom Nebeneinander verschiedener Möbelstile. Unter dem Dach ist eine Dienstbotenkammer eingerichtet. Auf der anderen Seite des Modells erhält der Betrachter Einsicht ins Treppenhaus, Diele sowie Schlaf- und Badezimmer im ersten Stock und den Estrich, wo das Brennholz gelagert wird. Es wurde viel Wert auf die architektonische Struktur und Funktionstüchtigkeit des Hauses gelegt. Die meisten Details der Ausstattung, wie kassettierte Türen, Sprossenfenster und Möbel sind Eigenfertigungen. So ist die Regenrinne aus Kupfer hergestellt, die kleinen Ladenfeststeller in Form von Figuren aus Messing gefräst und graviert, das Dach mit einzelnen, aus PVC ausgeschnittenen Ziegeln gedeckt. Die Einzelteile sind weitgehend funktionstüchtig: Fensterläden, Türen und Schubladen lassen sich öffnen und schliessen und sogar Lichtschalter drehen, um die einzelnen Zimmer zu erleuchten. Lediglich die Wandbilder, Tapeten, Badewanne und Waschbecken sowie der Kronleuchter im Wohnraum sind im Fachhandel erworben worden.
Neben der recht umfangreichen Sammlung von Puppenhäusern des 19. Jahrhunderts in der Spielzeugsammlung des HMB, das Töchtern aus gutem Hause die verschiedenen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten vermitteln sollte, stellt dieser Neuzugang ein einzigartiges, höchst individuelles Architekturmodell dar. Das Modell zeugt von Wohn- und Lebensformen des frühen 20. Jahrhunderts ebenso wie von der Geschicklichkeit und Vielseitigkeit seines Erbauers.
Das Modell war 1991 in der "Goldenen Apotheke" an der Freien Strasse und dann in einer Ausstellung in Münchenstein und im Schaufenster des Optikers Bitterli in Arlesheim ausgestellt. Umzugsbedingt musste sich der Donator von dem Modell trennen und überliess es freundlicherweise dem HMB. (SST)

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