Miniaturporträts des Johann Rudolf und der Ernestine Passavant-Widemann

Miniaturporträts des Johann Rudolf und der Ernestine Passavant-Widemann

Basel, um 1840
Aquarell/Gouache auf Papier; Holzrahmen mit innerem
Messingrahmen
H. 17,1 cm, B. 14,8 cm
Inv. 2009.344.–345.
Depositum der Herrnhuter Sozietät, Basel.

Bildauflösung:
3574px x 4566px

CHF 40.00

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«Rud. Passavant / Missionar in Surinam» lautet die Beschriftung auf der Rückseite der einen Miniatur, auf der anderen fi ndet sich nur der Name der Dargestellten: «Ernestine Passavant, geb. Widemann». Verheiratet waren die beiden seit 1829; die folgenden Jahre von 1830 bis 1839 verbrachten sie auf der Herrnhuter Missionsstation in Paramaribo, der Hauptstadt des heutigen Staates Suriname in Südamerika, dem damaligen Niederländisch-Indien. In zwei Briefen an seinen Bruder Johann Heinrich Passavant- Vischer, den er seit sieben Jahren nicht gesehen hatte, schilderte Johann Rudolf Passavant (1785–1848) das Leben auf der Missionsstation: «Mit dem Clima bin ich nun so fern eingewöhnt, obgleich mir die Hitze, zumal in der großen trockenen Zeit, wo sie (wie neulich im October) einen furchtbaren Grad erreichen kann, genug zu schaffen macht.
[…] Freylich mein Aussehen ist nicht mehr das eines Jünglings, und ich passiere jetzt in meinem 52! Jahre überall für einen Greisen. Meine Zähne habe ich hier meist alle eingebüßt, u. meine Haare, so weiß sie auch immer waren, sind seitdem noch viel weißer geworden, so dass es darauf ankommt, ob Du mich noch kennen würdest, wenn Du mich jetzt sehen solltest.» Paramaribo selbst liegt in einer Gegend, in der das extreme Klima durch die Nähe des Atlantiks etwas gemildert wird; von den weiter im Inneren des Landes gelegenen Gebieten schreibt Passavant, dass «im vorigen Jahrhundert gar viele unsrer Brüder dort das Opfer des Climas geworden sind, so dass man die so weit entfernten Außenposten hat müssen eingehen lassen.» Seine Aufgabe war die Unterweisung der auf den Plantagen der Umgebung lebenden afrikanischen Arbeiter, die unter der holländischen Regierung noch im Status der Sklaverei bleiben mussten. Einige der nahegelegenen Plantagen waren durch Heirat mit den Töchtern des holländischen Plantagenbesitzers de Hoy in den Besitz der Basler Familie Faesch gekommen, und die Frage, ob die dort lebenden Afrikaner auch an einem anderen Tag als dem Sonntag für die Mission freigestellt werden würden, war noch nicht geklärt: «Es sollte mich herzlich freuen, wenn ich das noch erleben dürfte, dass auch durch uns die Baseler Plantagen besucht und ihre Neger im Christenthum unterrichtet werden könnten.» 1839 kehrte das Ehepaar wegen der angegriffenen Gesundheit des Mannes nach Europa zurück. Bis zu seinem Tod 1848 arbeitete Johann Rudolf Passavant in Königsfeld im Schwarzwald, wo die Herrnhuter Brüdergemeine eine Niederlassung hatte, für das dort erscheinende Missionsblatt.

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