Miniaturporträt der Margaretha Valeria Burckhardt-Ryhiner

Miniaturporträt der Margaretha Valeria Burckhardt-Ryhiner

Friedrich Ochs, Basel, um 1811/15
Gouachemalerei auf Elfenbein
H. 8 cm, B. 6 cm
Inv. 1923.112.

Bildauflösung:
2268px x 2819px

CHF 40.00

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Das kleinformatige, überaus fein ausgeführte Porträt der Margaretha Valeria Burckhardt-Ryhiner (1786– 1851) ist ein kennzeichnendes Werk des Basler Miniaturisten (Georg) Friedrich Ochs (1782–1844), dessen Talent sich vor allem bei solchen Frauendarstellungen offenbarte.
Friedrich Ochs, Sohn des Basler Staatsmannes Peter Ochs (Kat. 118), hatte, früh gefördert von seiner kunstsinnigen Mutter Salome Ochs-Vischer (Kat. 105), eine Ausbildung beim angesehenen Miniaturisten Jacques Augustin in Paris gemacht. Diese Stadt war ihm nicht unbekannt; bereits 1796 hatte er seinen Vater dorthin begleitet, und als 15-Jähriger lebte er dort längere Zeit, um die französische Sprache zu erlernen. An die Lehrzeit bei Augustin schlossen sich ab 1803 insgesamt acht Jahre in verschiedenen grossen Städten Europas an: in Amsterdam (1803), Hamburg (1803–1805), Potsdam, Berlin, Breslau und Riga war er als Porträtmaler tätig. Ab 1806 ist er für über ein Jahr in St. Petersburg nachzuweisen, danach kehrte er für zwei oder drei Jahre nach Riga zurück.
Als er 1811 wieder in Basel eintraf, hatten sich dort jedoch der vom Bodensee stammende Porträtist Marquard Wocher wie auch der aus Amsterdam gekommene Pieter Recco auf dem nicht allzu grossen Basler Markt etabliert. So konnte Friedrich Ochs, der 1819 den Namen Ochs ablegte hatte und sich danach (wie auch sein jüngerer Bruder Eduard) nach seinem Grossvater His nannte, von den Porträtaufträgen seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten und nahm einen Brotberuf als Sekretär des Deputatenamtes an. Peter Ochs beklagte sich in einem Brief vom 11. Juni 1813 an den Zürcher Dichter und Maler Johann Martin Usteri bitterlich über die ausländische Konkurrenz für seinen Sohn: «A cette occasion, je vous dirai que deux peintres étrangers, mais domiciliés ici, l’un depuis 20 ans, et l’autre depuis plusieurs années, s’avisent d’être jaloux de mon fi ls. […] L’honneur national demande que, si un Bâlois a fait quelque chose de bon, on ne lui préfère pas dans un concours des ouvrages inférieurs d’un Recco (Hollandais) et d’un Wocher (Souabe, ou je ne sais d’où) gens qui ne travaillent purement et simplement que pour avoir du pain, et ne savent donner ni le fi ni ni le goût nécessaire à leurs portraits.» Dass Marquard Wocher seit dem Jahr 1800 helvetischer Bürger war, scheint für den erbosten Vater keinen Unterschied gemacht zu haben.
Aus den vielen Jahren im Ausland sind kaum Werke von Friedrich Ochs nachzuweisen, und auch nach seiner Rückkehr nach Basel schuf er, bedingt durch den hohen Zeitaufwand der Miniaturen wie auch durch die schlechte Auftragslage, recht wenige Porträts, meist von Familienangehörigen.
Er starb nach schwerer Erkrankung während einer Erholungsreise in Nizza.

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