«Maggi’s Abenteuerspiel»

«Maggi’s Abenteuerspiel»

Schweiz, um 1940/50
Farbdruck, Karton
H. 49,7 cm, B. 49,8 cm (Spielplan)
Inv. 2009.708.

Bildauflösung:
5236px x 4134px

CHF 40.00

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Die Spielanleitung beschreibt das dem Spiel zugrunde liegende Projekt «zur Erforschung eines unbekannten Gebietes in Afrika. Diese Expedition, die aus Ge lehrten und Jägern besteht, hat den Auftrag, alles Merkwürdige zu sammeln und womöglich nach Hause zu bringen, zum Beispiel seltene Steine und Tiere.» Ausgestattet mit weissen Tropenhelmen, machen sich die Expeditionsmitglieder – dargestellt auf runden Kartonscheiben – auf den Weg in das Dorf, wo der «wilde Negerhäuptling Giraruru mit seinen Stammesbrüdern» wohnt. Diese sind mit grossen Ohrringen geschmückt, der Häuptling ist durch einen grossen Nasenschmuck und einen Speer in der Hand gekennzeichnet. Er bleckt die Zähne und reisst die Augen auf – ein deutlicher Kontrast zu dem besonnen dargestellten blonden Expeditionsleiter mit Pfeife und Kravatte.
Während die Weissen das gegnerische Lager nur erforschen wollen, sind die Ureinwohner darauf aus, das Expeditionslager zu besitzen, wohl um in den Besitz der vielen Maggi-Produkte und der ordentlichen weissen Stoffzelte mit gedecktem Tisch und Schweizerfahne zu kommen.
«Aber der dunkle Erdteil ist voller Gefahren», heisst es geheimnisvoll in der Spielanleitung: Löwen, Schlangen und Riesenameisen, undurchdringliche Dornenhecken, fl eischfressende Pfl anzen, Schluchten und Wüsten wie auch der Fluss, in dem man leicht ertrinken kann, erschweren für beide Parteien den Weg in das jeweils andere Lager. Frieden herrscht einzig auf einer paradiesischen Insel im Zentrum, wo die Kontrahenten vereint bei der Maggi-Suppe sitzen.
Das Spiel, in dem viele Male Maggi-Produkte dargestellt sind, bedient sich einer kindgemässen Bildsprache, um Werbung für das Produkt zu machen. Daneben wird vor allem auf die Faszination von gefährlichen Abenteuern und spannenden Forschungsreisen gesetzt. Die Kennzeichnung der Europäer und Afrikaner betont klischeehaft die Unterschiede zwischen den «Zivilisierten» und den «Wilden». Die vermeintliche Überlegenheit der Weissen wird veranschaulicht durch Forschergeist, gepfl egtes Erscheinungsbild, zivilisiertes Verhalten, moderne Bewaffnung – und nicht zuletzt durch fortschrittliche Ernährung mit Suppenwürfeln. Durch die lebhafte, farbenfrohe Gestaltung und einige humorvolle Aspekte dürfte das Spiel bei Kindern beliebt und damit auch prägend hinsichtlich ihres Blickes auf andere Kulturen gewesen sein.

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