Lade der Schreiner-Krankenkasse
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Lade der Schreiner-Krankenkasse

Herstellungsort unbekannt, 1709 datiert
Eigentümer: Schreiner-Krankenkasse, Basel
Inv. 1928.3.

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CHF 40.00

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In Basel haben sich zahlreiche Handwerkerladen erhalten. Es sind kleine, truhenförmige Möbel, die verschliessbar und transportabel sind. Sie bargen alles, was für die Zünfte, Gesellschaften und Gesellenvereinigungen wichtig war. Im Innern versorgte man Urkunden, wichtige Akten, Siegelstempel, andere Wertgegenstände und Geld. Die einheitliche Grundform war durch die Verwendung zur Aufbewahrung von Dokumenten und Wertgegenständen gegeben. Selbst verständlich gestaltete man die Laden besonders schön. Oft versah man sie mit handwerksbezogenen Emblemen und zeigte damit an, wem die Lade gehörte. Vorbilder dürften Truhen und Kassettenentwürfe, Entwürfe für Schmuckkästen und Schatullen gewesen sein. Wie die Truhen besitzen auch die Laden meist ein Beifach. Den Laden liegen formal die gleichen Gestaltungsprinzipien zu Grunde wie den zeitgleichen Möbeln. Deshalb sind sie nicht nur Symbole und identitätsstiftende Gegenstände der Zünfte und Korporationen, sondern auch Zeugnisse der Möbelkunst. Besonders schön wurden diese Kleinmöbel von jenen Gruppen gestaltet, die ohnehin mit dem Möbelhandwerk oder der Holzverarbeitung vertraut waren, von Schreinern und Zimmerleuten also. Anders als bei Gold und Silberarbeiten, bei Zinn und Porzellanobjekten, sind Möbel nur ausnahmsweise signiert. Die Schöpfer dieser Laden, die sich als hochstehende Schreiner ausgeben, sind unbekannt; wir dürfen aber annehmen, dass die Laden in Basel hergestellt wurden. Die Lade der Schreiner-Krankenkasse besitzt Zierformen wie ein zeitgleiches Möbel. Die Flächen sind mit den schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Mode gekommenen Kissenfüllungen belegt, die hier die Form von Bastionen haben. Die Lade ist nicht nur Behältnis zur Aufbewahrung von Wertsachen, sondern zugleich auch ein künstlerisch gestaltetes Möbel, das zu seiner Zeit hochmodern war. Der unbekannte Schreiner demonstrierte das geistige und technische Niveau seines Berufes. In der Deckelfüllung ist mit Elfenbein die Jahreszahl 1709 eingelegt. Die Lade ist nur ein Jahr jünger als das Büfett der Gartnernzunft.

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