Kugel in Millefiori-Technik
Glas

Kugel in Millefiori-Technik

Venedig, nach 1500
Glas mit Buntglas- und Goldeinlagen
Dm. 3,25 cm
Inv. 1917.824.
Amerbach-Kabinett

Bildauflösung:
3625px x 3090px

CHF 40.00

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Die aus der Glasverarbeitung sich ergebende Möglichkeit, aus der erhitzten Glasmasse feinste Glasfäden zu ziehen, führte schon in der Antike zu Dekorationen in Auf- und Einlagetechnik. Es bedurfte jedoch der weit differenzierteren Glasmacherkunst Venedigs, um Fadenstäbe verschiedener Farbe so zu verschmelzen und den so entstandenen bunten Strang zu profilieren, dass beim Querschnitt dieser äusserst fragilen Gebilde winzige Sterne und Rosetten anfielen. Diese Halbfabrikate wie auch spiralig gewundene Abschnitte von Glasbändchen und Goldfolie wurden in die zu verzierende Kugel eingeschmolzen. Millefiori - Tausend-Blumen-Schmuck - wird der 1495 vom Venezianer Marcantonio Sabellico beschriebene Dekor genannt, der über Jahrhunderte und noch heute in weit vergröberter Form Glaskugeln als Briefbeschwerer ziert. Dieses seltene frühe Beispiel einer Millefiori-Kugel ist in Amerbachs Inventar A 1578 als "1 venedische Kugelen" aufgeführt, sie steht als Kuriosität eher denn als Kostbarkeit für die Vielfalt eines bürgerlichen Renaissance-Raritätenkabinetts.

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