Keramik-Gussform für drei antikisierende Medaillen

Keramik-Gussform für drei antikisierende Medaillen

Italien?, wohl 1518
Einseitige Keramik-Gussform für drei Medaillen, dazwischen Schraffur:
- links weibliche Büste n.r., in Lorbeerkranz
- rechts männliche Buste mit Lorbeer n.l., in Lorbeerkranz
- unten: männliche Büste n.r., darum .G.S.M.F. - .1.5.18. (negativ), in zweifachem Fadenkreis
Keramik, gebrannt
L. 51,1 mm, B. 46,2 mm (Form); Dm. 2x 16 u. 24 mm (Medaillen) Inv. 2010.231.
Inv. 2010.231.

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In den alten Beständen des Münzkabinetts befinden sich auch nicht bestimmte und schwer zuweisbare Stücke wie diese dreifache Gussform. Die entsprechende Rückseiten-Gussform fehlt leider und das Stück ist nicht in einem der alten Inventare verzeichnet. Gleichwohl sprechen nicht nur die Datierung (?) auf der grössten Medaille, sondern auch der antikische Stil und die Verwandtschaft mit ähnlichen antikisierenden Medaillen für eine chronologische Zuordnung ins 16. Jahrhundert. Die kleinen Medaillen oben ahmen römische Münzportraits der augusteischen Zeit um die Zeitenwende nach, dagegen scheint die grössere Medaille eine zeitgenössische Persönlichkeit in antikischer Manier darzustellen. Die abgekürzte Legende ist der Schlüssel für die Zuweisung des Stücks, sie macht aber auch deutlich, dass Medaillen als renaissance-zeitliche Kleinkunstwerke häufig für den persönlichen Austausch zwischen humanistisch gebildeten Kennern bestimmt waren. Ohne diesen unmittelbaren Bezugsrahmen ist die Entschlüsselung des Stücks sehr schwierig. (MM)

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