Kartenspiel mit Deutschen Farben, sog. Tellkarte (Salzburger Blatt, 32 von 33 Karten)

Kartenspiel mit Deutschen Farben, sog. Tellkarte (Salzburger Blatt, 32 von 33 Karten)

Wien, um 1900
Hersteller: Ferdinand Piatnik und Söhne, Wien
Farbdruck auf Spielkartenkarton
H. 10 cm, B. 6,3 cm
Inv. 2011.240.

Bildauflösung:
7320px x 5484px

CHF 40.00

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Die Spielkartenfabrik von Ferdinand Piatnik & Söhne in Wien vertrieb ein reiches Sortiment von Spielkarten verschiedener Farbzeichen und von Tarockkarten, von Standard- und Nichtstandardbildern. Die hier gezeigte Jahreszeiten- oder Tellkarte zeigt deutsche Farben (Eichel, Laub, Herz und Schelle) mit Gestalten der Wilhelm Tell-Geschichte auf den Figurenkarten, kleine Einzelszenen und –motive auf einzelnen Zahlenkarten, dazu Personifkationen der vier Jahreszeiten auf den Dauskarten. Dieser Kartentypus entstand wohl um 1820/30 und brachte Figuren aus dem namengebenden Stück von Friedrich Schiller auf die Karten: Wilhelm Tell und Rudolf (der) Harras (Eichel), Ulrich von Rudenz und Walter Fürst (Laub), Hermann Gessler und Kuoni der Hirt (Herz) sowie Stüssi der Flurschütz und Itel(l) Reding (Schelle) sind jeweils auf der Karte des Obers bzw. Unters abgebildet und namentlich bezeichnet. Der auf dem Pferd heransprengende Gessler, Wilhelm Tell mit seiner Familie, der Gesslerhut auf der Stange, Tells Flucht mit dem Kahn, die Armbrust mit Apfel, die Habsburg und landschaftliche Elemente schmücken verschiedene Zahlenkarten.
Der dem Schauspiel zugrundeliegende revolutionäre Gedanke entsprach dem politischen Klima in Ungarn im 19. Jahrhunderts, so dass sich dieses Kartenbild zum ungarischen Standardbild entwickelte. Hergestellt und verbreitet wurden diese Kartenspiele meist in Österreich oder Ungarn, wo es - wegen des Doppelbildes und der deutschen Farben - meist als "doppeldeutsche Karte" bezeichnet wurde. Das vorliegende Spiel enthält zusätzlich die sog. Weli-Karte des Salzburger Blattes. In der Schweiz scheint dieses Kartenbild trotz der Wilhelm Tell-Thematik nicht sehr verbreitet gewesen zu sein, vermutlich wegen der weniger geläufigen deutschen Farbkarten.

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