Jo-Jo

Jo-Jo

19. Jahrhundert
Laubholz, gedrechselt,
gerändelt, lackiert
Hanfschnur
Dm. 8,3 cm
Inv. 1930.321.

Bilboquet (Kugelfangspiel)
erstes Viertel des 19. Jahrhunderts
Bein, Wurzelholz, gedrechselt
Laubbaumholz, marmoriert
Hanfschnur
H. 13,3 cm, Dm. 4,9 cm (Kugel)
Inv. 1934.144.

Bilboquet (Kugelfangspiel)
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Nussbaumholz, gedrechselt
Seidenkordel
H. 17,4 cm, Dm. 5,4 cm (Kugel)
Inv. 1970.3247.

Zwei Federballschläger
zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
Eschenholz, gebogen
Leder, Darmsaiten
L. 43 cm, B. 23 cm
Inv. 2005.235.

Diabolo
zweites Viertel des 19. Jahrhunderts
Ahornholz, gedrechselt
hohlgedrechselt
teilweise schwarz gebeizt
Hanfschnur
L. 28,3 cm (Stangen), B. 16 cm (Rolle)
Inv. 1941.60.

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Spiele im Freien
Reifen, Steckenpferd, Windrädchen, Kreisel und Kegel waren seit dem Mittelalter die üblichen Spielzeuge für das Kinderspiel im Freien. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts erfuhr diese Gruppe von althergebrachten Spielgeräten eine Erweiterung. Es verbreiteten sich in Europa neuartige Beschäftigungs- und Geschicklichkeitsspiele, und zwar in einer so rasanten Art und Weise, dass sie als Modeerscheinungen anzusehen sind. Das Spiel mit dem Jo-Jo, dem Diabolo und dem Bilboquet wurde zunächst von den Erwachsenen der Oberschicht extensiv betrieben und vertrieb ihnen Zeit und Anspannung. Während Jo-Jo und Diabolo nach wie vor – oder wieder – populär sind, ist das Kugelfangspiel Bilboquet heute in Europa weitgehend unbekannt. Es besteht aus einer hölzernen Kugel mit Loch und einer zugespitzten Halterung, die durch ein Band miteinander verbunden sind. Die Kugel wird empor geworfen und soll so aufgefangen werden, dass sie auf dem Sporn stecken bleibt – eine Geschicklichkeit erfordernde Übung, nicht frei von erotischen Assoziationen. Gemeinsam ist diesen drei Spielen ihre exotische Herkunft und ihre höchst willkommene Aufnahme durch die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts, die dem Spielen und dem Pikanten zugeneigt war. Die Französische Revolution beendete diese ‹Spielgesellschaft› des Absolutismus, und die Spielgeräte gingen in die Hände der Kinder über. Nun wurden an ihnen andere Eigenschaften geschätzt: Das Erlernen von Geschicklichkeit, Koordination der Bewegungen und die Befriedigung des kindlichen Bewegungsdranges wurden als Vorteile dieser Spiele angeführt.

Das galt auch für das Federballspiel, das bereits seit der Renaissance – zunächst in höfischen Kreisen – bekannt war. Während des 18. Jahrhunderts verbreitete es sich bis in das Bürgertum und wurde auch von Jean-Jacques Rousseau empfohlen: «Spielt ein Kind Federball, so übt es Auge und Arm auf Genauigkeit.» Wegen seiner Ungefährlichkeit galt das Spiel als auch für Mädchen geeignet – infolge davon wurde es dann bald als zu verweichlichend für Knaben angesehen.

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