Hefte mit Erzählungen für Kinder

Hefte mit Erzählungen für Kinder

Basel, Bern, Stuttgart
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Buchdruck, Broschur
H. 15 –16,2 cm, B. 10,5 –11,3 cm
Inv. 2001.7.

Bildauflösung:
4007px x 4576px

CHF 40.00

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Einfache Geschichten für fromme Kinder
Als «Erzählungen für die christliche Kinderwelt» – wie auf einem der Hefte zu lesen – lassen sich alle hier abgebildeten Geschichten zusammenfassen. Es handelt sich um rührende Geschichten von wundersamen Gebetserhörungen, gottgefälligem Leben und unbedingtem Vertrauen in Gott, selbst wenn das Leben voller Leiden und Schicksalsschläge sein sollte. Wie sich die davon Betroffenen schliesslich mit ihrem Schicksal abfinden, es letztlich sogar als Gnade zu begreifen lernen, ist Hauptthema der kleinen Erzählungen. «Doch es lag ein Segen in dieser Trübsal!» und ähnliche Sätze kommen immer vor, und als Belohnung für unsägliches Leiden wird die dadurch erreichte Nähe zu Gott gepriesen. Duldung, nicht Auflehnung, wird als erstrebenswerte Haltung vermittelt, und Titel wie «Arm und doch glücklich» zeugen von einer das Gegebene hinnehmenden Haltung. Leiden zu lernen, ohne zu klagen, ohne an Gott zu zweifeln oder soziale Veränderungen anzustreben – das ist das Ziel dieser Heftchen.

Einfache, geradlinige Erzählstrukturen, eindeutige Charaktere und rührende Inhalte machen die Geschichten zu leicht verständlicher, eingängiger Lektüre.

Ob im Verlag des Diakonissenhauses Bern, im Verlag christlicher Schriften Basel oder im Verlag der Evangelischen Gemeinschaft in Stuttgart erschienen – die Inhalte und Gestaltungsweisen erscheinen austauschbar.

Namensnennungen, Zeit- und Ortsangaben sollen die Glaubwürdigkeit untermauern, und das direkte Ansprechen der Kinder im Text dient dem eindringlicheren Vermitteln. Die Geschichten wurden wohl meist von einer erwachsenen Person vorgelesen, so wie es auf einem der Titelbilder zu sehen ist.

Wegen ihrer einfachen Gestaltung waren die Hefte billig und auch für ärmere Bevölkerungskreise, die sonst von Kinderbüchern weitgehend ausgeschlossen waren, zu erwerben. Stets neue Hefte brachten Variationen der einfachen und eindringlichen Erzählschemata. Die Bebilderung beschränkt sich auf die zurückhaltende Gestaltung des Titelblattes, die sich nur im Ausnahmefall konkret auf den Inhalt bezieht. Der Vorrang des Wortes und die äusserliche Kargheit, wie sie den reformierten Glauben kennzeichnen, werden in diesen an die Kinder gerichteten Broschüren deutlich. Gelegentliche Erzählungen aus der Welt der Mission verankern diese Heftchen noch deutlicher im Umfeld des pietistischen Basel.

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