Gestellhängewiege

Gestellhängewiege

Firma Gebrüder Thonet
Wien, um 1900
Buche (Bugholz)
H. 187 cm, L. 128,5 cm, B. 58 cm
Inv. 1997.222.

Bildauflösung:
4401px x 4259px

CHF 40.00

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Elegante Wiege aus Wien
Aus der frühen Form der Wiege, die auf dem Boden stand, entwickelte sich die für die Erwachsenen bequemer zu handhabende Form des in ein Gestell montierten Kleinkinder-Bettchens. Auch aus hygienischen Gründen war es von Vorteil, wenn die Wiege nicht direkt auf dem Boden stand. Dank einer speziellen Aufhängevorrichtung kann der querschwingende Wiegenkorb hin und her geschaukelt werden. Rollen unter den Füssen des Gestells ermöglichen, die Position der Wiege innerhalb des Zimmers je nach Tageszeit zu verändern oder die Kinderwiege in die Nähe des Bettes der Mutter bzw. des Kindermädchens zu schieben. Ein Stoffvorhang, vorne an der gebogenen Baldachinstange aufgehängt, wehrt Zugluft und lästige Insekten ab.

1849 begründete der Tischlermeister Michael Thonet (1796–1871) mit seinen fünf Söhnen eine Möbelfabrik in Wien, in welcher er nach der von ihm entwickelten neuen Technologie der Bugholz-Verarbeitung (Holzbiegetechnik) Möbel nach eigenen Entwürfen herstellen liess. Das Verfahren besteht darin, hölzerne Rundstäbe durch Wasserdampf oder durch Kochen in dünnem Leim zu erweichen und anschließend in Metallformen zu pressen, deren Krümmung nach dem Trocknen bestehen bleibt. Der Vorzug der Bugholz-Möbel ist deren grosse Festigkeit und Leichtigkeit. Nebst den bekannten, aus wenigen Teilen zusammengesetzten Bugholzstühlen und -sesseln fertigte Thonet auch Tische, Betten, Kronleuchter, Puppen- und Kindermöbel sowie Wiegen an.

Das erste Kind, das 1903 in dieser Wiege lag, wurde in Antwerpen geboren, das letzte ist 1975 in der Josefsklinik in Basel zur Welt gekommen.

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