Gesellschaftsspiel «Öko»
Spiele und Spielzeug

Gesellschaftsspiel «Öko»

Remagen (Rheinland-Pfalz, D), um 1980/1987
Karton, Papier, Holz; bedruckt, bemalt
H. 5,4 cm, B. 27 cm, L. 37,2 cm (Schachtel)
L. 72 cm, B. 52 cm (Spielplan)
Inv. 2008.86.

Bildauflösung:
3407px x 4370px

CHF 40.00

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Gesellschaftsspiele sind oft ein Spiegel ihrer Zeit. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist «Öko», ein Brettspiel für zwei bis sieben Spieler.

Es war Anfang der 1980er Jahre, als Begriffe wie Waldsterben und saurer Regen, Treibhauseffekt und Ozonloch in den Medien gebetsmühlenartig repetiert wurden. Die Leute kauften Regenwald, um ihn vor der drohenden Abholzung zu retten, während der Basler Bruno Manser direkt nach Borneo reiste und sich für die Interessen eines Nomadenvolkes einsetzte. Bereits im Jahrzehnt davor hatte sich in der Bevölkerung eine ablehnende Haltung gegenüber geplanten Autobahnprojekten und Atomreaktoren breit gemacht, was der Konstituierung Grüner Parteien europaweit Vorschub leistete. Kurz: Um 1980 befand sich die mitteleuropäische Gesellschaft in ökologischen Fragen in einem umfassenden Sensibilisierungsprozess, der bis heute andauert und unseren Alltag prägt.

Mit «Öko» hat Franz J. Scholles dieses veränderte gesellschaftliche Bewusstsein auf das Spielbrett gebannt. Erstmals 1980 erschienen, kann man «Öko» als eine Art Monopoly für Umweltfreunde bezeichnen. Das Ziel ist, durch seine Spiel-, d.h. Lebensart eine möglichst positive Lebensbilanz zu erzielen. Um dies zu erreichen, müssen gesellschaftliche Rahmen-bedingungen wie Wachstum, Umwelt sowie Energie- und Rohstoffreserven in der Balance gehalten werden. Ereignisse auf der Umlaufbahn und Aktionen der Mitspieler tun ihr Übriges, um das Spiel so unvorhersehbar wie das richtige Leben zu machen. So gibt die Einführung von Abgaskatalysatoren Pluspunkte, während ein Öltankerunglück vor der Küste oder eine lecke Sondermülldeponie zu einer Negativbilanz führt. Während die Erstausgabe des Spiels noch in einer schlichten Papprolle verpackt und die Kärtchen in Schreibmaschinen-Layout gestaltet waren, ist das Exemplar von 1987 bereits deutlich aufwändiger produziert. Der faltbare Spielplan aus hartem Karton sowie die Schachtel - gestaltet von Till Meyer - sind bunt bedruckt und vom Design her klar in den 1980erJahren zu verorten.

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