Geldbüchse der Zunft zu Schmieden
Geldbüchse der Zunft zu Schmieden - 1

Geldbüchse der Zunft zu Schmieden

Herstellungsort unbekannt, 1. Viertel 16. Jh.
Donatorin: Zunft zu Schmieden, Basel
Holz, Eisen, bestickt
H. 16,3 cm, Dm. 10 cm, Gewicht 593,1 g
Inv. 1904.21.

Bildauflösung:
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CHF 40.00

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Die zylindrische Holzbüchse wird am oberen Rand und am Deckel von eisernen Verstärkungsringen umfasst. Die Münzen warf man durch den Schlitz in der Vertiefung des Deckels ein. Um die Geldentnahme durch Unbefugte zu verhindern, sind am Deckelinnern Reste eines Panzerhemdes angebracht. Auf der rot bemalten Gefässwandung ist der hl. Eligius, Bischof von Noyon und Tournai, mit Mitra, Pluviale und Stab dargestellt. Rechts des Heiligen erkennt man ein Pferd, wegen der Legende des Beschlagwunders ein beliebtes Attribut des Heiligen. Eligius soll einem ungebärdigen Pferd zum Beschlagen den Fuss abgenommen und ihn danach wieder angesetzt haben, so erzählt Sebastian Brant. Nicht mehr erkennbar ist der Gegenstand, den der Heilige in der Rechten hält, vielleicht ist es eine Zange oder ein Goldschmiedeobjekt. Der hl. Eligius war Patron der Gold und Hufschmiede und anderer metallverarbeitenden Handwerker. Auch Tier ärzte, Pferdehändler und Fuhrleute verehrten ihn. Eligius lebte im 7. Jahrhundert. Er war Goldschmied, Münzmeister und Berater am fränkischen Hof und starb im Jahre 659. Spätere Generationen schmückten seinen Lebenslauf legendenhaft aus
Auch die Basler Hufschmiede – sie bildeten eine Bruderschaft – verehrten den hl. Eligius. In der Schalerkapelle des Münsters (im nördlichen Seitenschiff) stand ein dem hl. Eligius geweihter Altar; man nannte die Kapelle deshalb auch Eligiuskapelle. Bis zum Jahre 1488 hatten die Hufschmiede Opfergaben, welche fahrende Kaufleute für den Erstbeschlag ihrer Pferde und aus Dankbarkeit für Hilfe bei Heilung von Pferdekrankheiten dem hl. Eligius dargebracht hatten, eingesammelt und nach Strassburg geschickt. Von dort waren sie an eine Eligiuskirche «im westerrich» (vielleicht Noyon) weitergeleitet worden. Die Abführung der Gelder in die Fremde erschien den rechnenden Handwerkern bedenklich. Am 31. Oktober 1488 kamen vier Vertreter der Schmiedenzunft mit den Domherren überein, diese Gelder künftig in einem Opferstock der Eligiuskapelle zu sammeln und mit einem Teil der Einnahmen «die capell und den altar mit gemelden, tafeln, kelchen, messgewanden, messstiftungen und andern gottlichen dingen» zu schmücken. Im gleichen Jahr wurde Hans Balduff beauftragt, Altartafeln zu malen.

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