Fingerring (Trauerschmuck) mit Wendekapsel (in Etui)
Fingerring (Trauerschmuck) mit Wendekapsel (in Etui) - 1

Fingerring (Trauerschmuck) mit Wendekapsel (in Etui)

Frankreich, 1799 datiert
Gold, Email, Elfenbein, Haar
H. 3 cm, B. 1,7 cm
Inv. 1998.209.

Bildauflösung:
2156px x 2700px

CHF 40.00

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Der Ring ist ein hervorragendes Beispiel für einen Gedenk- oder Trauerring. Diese Gattung war am Ende des 18. und iam Anfang des 19. Jahrhundert sehr beliebt und ist in zahlreichen Exemplaren überliefert. Im "Zeitalter der Empfindsamkeit", wie diese Zeitspanne auch genannt wurde, erfreuten sich Erinnerungsstücke an Freunde, Verwandte oder Verstorbene grosser Beliebtheit. Auf dem Gebiet des Trauerschmucks entwickelte sich eine spezielle Bildsprache; zu dieser gehören Motive wie Urnen, Trauerweiden, Altäre und trauernde Figuren. Auch die Verwendung von Haaren, flach oder sehr fein geschnitten auf dem Hintergrund aufgeklebt oder auch geflochten, ist ein Charakteristikum des Trauerschmucks. Diese Merkmale zeigt die eine Seite des Ringes in klassischer Form. Ein Stift ermöglicht das Wenden der Kapsel in der Ringfassung, so dass derselbe Ring mit zwei verschiedenen Darstellungen auf der Oberfläche getragen werden kann. Auf der anderen Seite findet sich die Darstellung des Unglücksfalles, bei dem der mit diesem Ring Betrauerte um das Leben kam. Neben einem Fluss liegt ein unbekleideter Toter auf dem Rücken, und aufgeregt gestikulieren zwei am anderen Ufer stehende Männer. Möglicherweise handelte es sich um einen Unfall beim Baden, dem zwei Zeugen hilflos zusehen mussten. Eine so detaillierte Schilderung der Umstände des Todes ist sehr ungewöhnlich; Vergleichbares dazu konnte in der reichen Literatur zu diesem Thema nicht gefunden werden. Die genaue Angabe des Todesdatums - in diesem Fall handelt es sich um den 25. September 1799 - ist hingegen sehr üblich auf Trauerschmuck. Über die Person des Verunglückten ist leider nichts bekannt. - Die Donatorin hat den Zeitpunkt der Schenkung an das Museum so ausgewählt, dass der Ring genau 200 Jahre nach dem dargestellten Unglücksfall publiziert werden kann.

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