Ehebildnisse des Bernhard II. Brand und der Dorothea Brand-Müller
Malerei und Grafik

Ehebildnisse des Bernhard II. Brand und der Dorothea Brand-Müller

Basel, 1620
Umkreis Bartholomäus Sarburgh
Öl auf Holz
H. 112, B. 82 cm
Inv. 1987.988.

Inv. 1887.103.

Bildauflösung:
2695px x 3690px

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Das charakteristische Beispiel für Basler Ehepaarbildnisse des frühen 17. Jahrhunderts zeigt Mann und Frau einander zugewandt in Dreiviertelfigur und, wie seit dem 15. Jahrhundert allgemein üblich, nach der aus der Heraldik sich herleitenden Konvention, nach der die bevorzugte linke Seite dem Mann vorbehalten ist. Auf beiden Porträts ist zusammen mit dem Entstehungsjahr 1620 in Kopfhöhe der Dargestellten deren Alter, beim Mann, unterstrichen durch ein römisches Architekturmotiv, auch der Hinweis auf seine vierjährige Senatorenwürde angegeben; in diesem Gremium amtierte er unter den Vertretern der 15 Zünfte im Kleinen Rat.

Bernhard II. Brand (1588-1650) hatte das Studium beider Rechte in Basel und Bourges absolviert und 1608 eine grosse Bildungsreise durch Frankreich, England, die Niederlande, Deutschland und Italien bis nach Malta unternommen. Nach seiner Rückkehr heiratete er Dorothea Müller (1584-1638), Tochter eines Basler Gewürz- und Pulverkrämers. Seine weitere Laufbahn als Obervogt zu Waldenburg (1625-1635) und zu Kleinhüningen (1641-1644) führte ihn 1644 bis zum Amt des Oberstzunftmeisters, des zweiten Hauptes der Stadt. Kostüme und Attribute des Paares stellen bescheidenen, durch strenge Sittenmandate geregelten Luxus zur Schau und verraten die Zugehörigkeit zur gebildeten und wohlhabenden, führenden Schicht. Bartholomäus Sarburgh (geboren um 1590), reussierte nicht nur in Basel, sondern auch beim Berner Patriziat mit diesem in den Niederlanden von seinem vermuteten Lehrer Jan Antonisz von Ravesteyn in Den Haag verbreiteten Bildnistypus.

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