Doppelbecher aus dem Kloster Seedorf
Goldschmiedekunst

Doppelbecher aus dem Kloster Seedorf

Zürich(?), um 1330
Silber getrieben, gegossen, ziseliert,
punziert und graviert, vergoldet
ursprünglich Henkel und Medaillons auch emailliert
H. 9,9 cm
Inv. 1894.265.

Bildauflösung:
3275px x 4206px

CHF 40.00

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Ein Schatzfund im Garten des Benediktinerinnenklosters Seedorf bei Flüelen (Kanton Uri) brachte 1606 diesen Doppelbecher zutage. Der Luzerner Stadtschreiber Cysat notierte damals dazu: "... ein schön verdeckt Silberin vergült antiquitetisch Frowen Trinkgeschirrlin mit adelichen alten wappen ...".

Über den Luzerner Goldschmied Bossard gelangte der Becher im Jahre 1894 an das Historische Museum Basel. Das Trinkgeschirr besteht aus einem Oberbecher als dem eigentlichen Trinkgefäss und aus einem mit Ösenhenkel versehenen unteren Teil zum Nachschenken. Seine Verwendung im kirchlichen Bereich wird mit der seit um 1300 verbreiteten Johannis Minne in Verbindung gebracht: Durch den Trunk geweihten Weines sollten die Gläubigen der Gottesliebe des Evangelisten teilhaftig werden. Silbergetriebene Doppelbecher aus dieser Zeit sind rar; nahe Vergleichsbeispiele finden sich in Museen in Zürich, Amsterdam und aus dem Schatzfund von Lingenfeld (1969) in Speyer.

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