«Die Schlacht bei Sempach 1386»

«Die Schlacht bei Sempach 1386»

Firma Ernst Heinrichsen
Nürnberg, nach 1891
Zinn, mit Ölfarben bemalt
H. 0,8 cm bis 10 cm
Inv. 1938.119.

Bildauflösung:
4073px x 4492px

CHF 40.00

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Ein nationaler Mythos im Miniaturformat
Der Siegeszug der Zinnfiguren begann im späten 18. Jahrhundert und erreichte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Herstellungszentren waren Nürnberg, Fürth, Aarau und Strassburg. Zinnfiguren wurden nicht als Einzelstücke, sondern in Gruppen als Szenarien verkauft; man bezahlte nach Gewicht, nicht nach Stückzahl. Wirklich spielen liess sich mit vielfigurigen Szenen wie Ziegenweiden, Zirkuswelten, Jahrmärkten, Kirchenprozessionen, Schäfereien etc.

Dieser Mikrokosmos war, wie anderes Spielzeug auch, ein Abbild der Erwachsenenwelt.

Deshalb spiegeln sich in den Zinnfiguren Ereignisse und Wertvorstellungen der Menschen des 19. Jahrhunderts. Die polnische Revolution von 1830, der griechische Aufstand gegen die Türken, die Julirevolution von Paris 1830 wurden ebenso produziert wie König Wilhelm I. am Abend von Sedan 1870. Das Militär spielte bei den Zinnfiguren wie im wirklichen Leben eine grosse Rolle, bedingt durch die vielen Kriege einerseits und den Nationalismus und Militarismus andererseits. Im Militärlager, bei Paraden, Belagerungen und Schlachten konnten bereits kleine Buben grosse Feldherren spielen.

Geschossen wurde mit Erbsen.

Das Spiel mit den Zinnsoldaten sollte aber nicht nur unterhalten, sondern auch belehren. Die Jugend konnte die Uniformen verschiedener Regimenter, wichtige Schlachten und Ruhmestaten des eigenen Volkes kennenlernen und so zur vaterländischen Gesinnung hingeführt werden.

Die Figurengruppe mit der Schlacht bei Sempach gehörte seinerzeit zu den berühmten Serien. Die Schlacht der Eidgenossen gegen den süddeutschen Adel mit Herzog Leopold III. von Habsburg im Jahre 1386 war im 19. Jahrhundert wegen des heldenhaften Todes von Arnold von Winkelried auch im Ausland bekannt. Winkelried soll die feindlichen Speerspitzen an seine Brust gezogen, so den Eidgenossen eine Bresche in den feindlichen Heerhaufen geschlagen und damit den Sieg der Eidgenossen bewirkt haben. Die Tat ist quellenmässig nicht belegt.

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