Collier im ägyptischen Stil (Modeschmuck)

Collier im ägyptischen Stil (Modeschmuck)

Basel, um 1970/80
Entwurf und Herstellung: Fred Spillmann (1915 - 1986)
Kunststoffe, Glasperlen, Pailletten, Heissleim; auf Trevirabändern
B. 10 cm; H. 5 cm, B. 35 cm, T. 25 cm (Schachtel)
Inv. 2012.181.

Bildauflösung:
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CHF 40.00

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Ein sehr breites Collier, bestehend aus 17 hellblauen Scarabäen verschiedener Grösse, die zusammen mit Glasperlen, Pailletten sowie golden lackierten Zwickelstücken auf eine Unteralge aus mittelblauen Trevirabändern aufgeleimt sind – es brauchte nicht die zugehörige Schachtel mit der Aufschrift FRED SPILLMANN, um diesen effektvollen Modeschmuck als ein Werk des Basler Couturiers Fred Spillmann (1915-1986) einzuordnen. Nicht nur die Gesamtform lässt sofort an antiken ägyptischen Halsschmuck denken, sondern auch die Farben und Details. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass die Scarabäen nicht aus Stein, sondern aus farbig lackiertem Kunststoff bestehen und auch die vermeintlichen Goldornamente so gefertigt sind. Fred Spillmann experimentierte viel mit solchen Materialien, zerschmolz sie im eigenen Backofen und gab ihnen neue Formen, die er dann zusammen mit farbigen Glassteinen verwendete.
Höchstwahrscheinlich stammt dieser Schmuck aus dem Besitz von Elisabeth Schmid (1912–1994), Professorin für Prähistorische Archäologie und 1975/76 erste Dekanin an der Universität Basel. Elisabeth Schmid hatte sich anlässlich eines Archäologenkongresses beim Basler Couturier Fred Spillmann ein Kleid anfertigen lassen. Der Überlieferung nach war es ein schlichtes Kleid, dem ein auffallender breiter Schmuckkragen in ägyptischem Stil einen besonderen Akzent verlieh. Das 2012 aus dem Interhandel erworbene Objekt ist vermutlich mit dem aus Beschreibungen bekannten Schmuck identisch.
Die Unterlage für die einzelnen Bestandteile hat die Struktur der sog. Bändelikleider, einer Spezialität von Fred Spillmann. Das zugehörige Kleid bestand offenbar aus leuchtend blauen, dicht nebeneinander applizierten Bändern. Typisch für seine Schaffensweise ist auch die Tatsache, dass das zugehörige Kleid offensichtlich mit und ohne den Kragen getragen werden konnte, da dieser als abnehmbarer Auflegekragen gestaltet ist; Variationsmöglichkeiten dieser Art zeichnen viele Kleider von Fred Spillmann aus.

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