Becher
Glas

Becher

Nürnberg, 17. Jh.
Glas leicht rauchfarben
Tiefschnitt
H. 9 cm, Dm. 9 cm
Inv. 1890.31.

Bildauflösung:
3699px x 4822px

CHF 40.00

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Die süddeutschen Glashütten versuchten seit dem 16. Jahrhundert, Technik und Qualität ihrer Glasmasse den venezianischen Produkten anzugleichen, aber eigene Dekorationsformen für deutsche Gläser zu entwickeln. An der Wende zum 17. Jahrhundert stand der Stein- und Glasschnitt an der Prager Hofwerkstatt Rudolfs II. in hoher Blüte. Unter ihm erhielt der aus dem Fürstentum Lichtenstein stammende Caspar Lehmann mit seiner Erhebung in den Adelsstand 1609 auch das Privileg für den Glasschnitt. Dieses wurde bei seinem Tod 1660 an seinen hochbegabten Nürnberger Lehrling Georg Schwandhardt vererbt. Mit ihm und dem Goldschmied Hans Wessler, der ebenfalls Glasschneider war, wurde die Nürnberger Glasschneidetradition begründet.

Der Becher zeigt eine für Nürnberg typische Form, die - gewöhnlich mit Kugelfüsschen versehen - mit Schnitt, Diamantriss oder Schwarzlotmalerei verziert wird. Sein sehr früh anzusetzender Schnittdekor mit Liebesblumen und Insekten in steifer Holzschnittmanier ist äusserst selten.

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