Basler Botenbüchse
Staat und Recht

Basler Botenbüchse

Basel, 1553
Vielleicht Hans Meyer I., gen. Stempfer
Silber teilweise vergoldet, graviert
Baselstab: schwarze Füllmasse
H. 9,4, B. 6,3, T. 3,8 cm
L. mit Kette und Rosette 26 cm
Inv. 1870.891.

Bildauflösung:
2688px x 5330px

CHF 40.00

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Ein Steinfigürchen im Innenhof des Basler Rathauses zeigt, wie man sich einen Basler Läufer (Bote) des 16. Jahrhunderts vorstellen muss. Der Bote trägt über dem Hemd ein Wams, enge Beinkleider, an der Hüfte eine Brieftasche und auf der linken Brust eine kleine Botenbüchse mit dem Basler Wappen. Wichtigstes äusseres Zeichen eines Läufers war das mit dem Wappen der Landesherrschaft versehene Brustschild oder die Botenbüchse. Die Botenbüchsen dienten kaum als Behältnisse - dafür waren sie zu klein - sie waren vielmehr Legitimations- und Erkennungszeichen. Anfänglich waren Brustschilder und Läuferbüchsen aus Holz oder Leder; erst die politische Emanzipation der Bürgerschaft, der Ausbau der Verwaltung und das gesteigerte Bedürfnis nach Repräsentation führten dazu, dass diese Zeichen aus Edelmetall gefertigt wurden. Silberne oder vergoldete Abzeichen ehrten nicht nur den Absender, sondern auch den Empfänger. So beschwerten sich 1499 die Eidgenossen, die Basler Läufer überbrächten Briefe mit hölzernen, statt mit silbernen Läuferbüchsen; der Rat von Basel entgegnete, man habe bis anhin nur hölzerne Büchsen getragen. Die hier abgebildete Botenbüchse ist vermutlich eine Arbeit von Hans Meyer I., genannt Stempfer (zünftig 1531, gestorben 1571).

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