Ansichten der Häuser der Familie Vischer-Bachofen
Malerei und Grafik

Ansichten der Häuser der Familie Vischer-Bachofen

Basel, 1915
Maler: A. Zuberbühler
Gouache und Feder auf Papier
H. 50 cm, B. 65 cm
Inv. 2009.581.

Bildauflösung:
4961px x 3951px

CHF 40.00

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Als Friedrich Vischer-Bachofen (1845-1920) seinen 70. Geburtstag feierte, schenkten ihm seine vier Kinder dieses grossformatige Blatt mit der Ansicht ihrer Wohnsitze: «Unserm lieben Vater Herrn Dr. Fritz Vischer-Bachofen in dankbarer Erinnerung an den 70. Geburtstag von seinen Kindern» ist unterhalb der zentralen Ansicht des Elternhauses zu lesen, um das die Häuser der Kinder gruppiert sind. Die von A. Zuberbühler in ihrem Auftrag 1915 gefertigte repräsentative Darstellung zeigt in dynastisch anmutender Manier die fünf herrschaftlichen Wohnhäuser, deren Bewohner jeweils handschriftlich mit ihren Geburtsdaten verzeichnet sind und deren Familienwappen die entsprechende Darstellung bekrönen. Das Wappen der seit 1649 in Basel eingebürgerten Familie Vischer taucht demnach über jedem Bild auf.

Im Mittelpunkt steht die Gartenansicht des Hohenfirstenhofs an der Rittergasse 19, das sich seit 1889 im Besitz der Eltern Friedrich Vischer und Amélie Bachofen befand. Prominent thront der ehemalige Adelshof, den die Besitzer von den Architekten Eduard Vischer und Eduard Fueter umbauen und erweitern liessen, mit seiner terrassenförmigen Gartenanlage über dem Rhein. Die flankierenden Ansichten zeigen oben die Wohnsitze der beiden Söhne: Links erscheint die heute noch existierende Liegenschaft in der Langengasse 4, 6, 8 im St. Alban-Quartier, wo der Historiker Fritz Vischer und seine Frau Helene Ehinger wohnten. Der Architekt der Häuser war der Bruder Johann Jakob Egon Vischer, dessen eigene Villa in der Lautengartenstrasse 7 rechts zu sehen ist. Das 1916 von ihm für sich und seine Frau Marguerite Kern erbaute Gebäude mit Säulenportikus, Mittelrisalit und Dreieckgiebel wurde bedauerlicherweise 1977 abgebrochen. Der links unten zu sehende sogenannte Ernauerhof, den die Tochter Amélie Vischer und der Seidenbandfabrikant Theodor Burckhardt bewohnten, befand sich am St. Alban-Graben 4, wo heute die Liegenschaften des Bankvereins stehen. Am rechten Bildrand ist der Bankenplatz zu erkennen und hinter den Hausdächern ragt der Turm der Elisabethenkirche hervor. Auch der rechts unten dargestellte Landsitz «Zum Wiesenthal» in Arlesheim existiert heute nicht mehr. Das Haus des Bankiers August Morel und Elisabeth Vischer befand sich ursprünglich auf dem Areal des heutigen Friedhofs von Arlesheim.

Der Jubilar Fritz Vischer-Bachofen hatte es als Teilhaber der Farb- und Kolonialwarenhandlung «Vischer & Sohn», später «Vischer Söhne» genannt, zu einem beachtlichen Vermögen gebracht. Seine Kinder standen ihm in der Prominenz ihrer Wohnsitze wenig nach.

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