Ansichten der Basler Gasthöfe «Zum goldenen Kopf», «Zum Wilden Mann» und «Zu den drei Königen»

Ansichten der Basler Gasthöfe «Zum goldenen Kopf», «Zum Wilden Mann» und «Zu den drei Königen»

E. Schulthess und Hasler & Cie. (Lithografen)
Zürich und Basel, um 1835/40
Lithografi en
H. 12,8–15,6 cm, B. 18,6–21,5 cm
Inv. 1982.373. a.–b. Kauf
Inv. 1978.217.

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Zwei der drei Ansichten stammen aus dem umfangreichen Handbuch «Der Begleiter auf der Reise durch die Schweiz», erschienen 1840 in Zürich, in dem Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte in der Schweiz, nach Kantonen geordnet, für die Reisenden zusammengestellt sind. Besonders wichtige Gasthöfe erhielten zudem eine Abbildung, wofür die Wirte vermutlich eine stattliche Summe zu zah len hatten; in Basel waren dies der «Gasthof zum Goldenen Kopf» und der «Gasthof zum Wildenmann». Beide empfahlen sich durch ihre verkehrstechnisch günstige Lage: Der «Goldene Kopf» lag direkt an der Schiffl ände, so dass «das nach Straßburg gehende Dampfschiff gerade dem Gasthofe gegenüber anlegt», und der «Gasthof zum Wildenmann » befand sich in der Freien Strasse, «welche von allen Postwagen und Gefährten, nach oder aus der Schweiz, befahren wird». Zum Beweis für diese verkehrstechnischen Vorteile sind die erwähnten Fahrzeuge, Dampfschiff bzw.
Postkutsche, vor dem jeweiligen Gasthaus abgebildet.
Das dritte Blatt mit der Abbildung des führenden Basler Gasthofs «Drei Könige» stammt allerdings nicht aus diesem «Begleiter auf der Reise durch die Schweiz». Darin ist der Gasthof zwar genannt und mit seinem Angebot ausführlich geschildert, doch fehlt eine Abbildung des Gebäudes.
Das ist wohl damit zu erklären, dass sich 1840, als dieses Handbuch erschien, das «Drei Könige» im Umbruch befand. Ein umfassender Neubau war geplant, und man wollte vermutlich nicht mit einer veralteten Ansicht in einem wichtigen Reise- und Gasthausführer erscheinen, der über lange Jahre benutzt werden würde. Dass ein Umbau notwendig war, zeigt die Ansicht des Gasthofes, die auf eine Zeichnung von Constantin Guise aus der Mitte der 1830er Jahre zurückgeht, recht deutlich: Der aus mehreren Gebäuden bestehende, uneinheitlich und altertümlich wirkende Gebäudekomplex liess kaum ahnen, dass sich darin Basels renommiertestes Gasthaus befand. Die Anpassung an eine veränderte Situation erschien nötig. Denn seit Beginn des regelmässigen Dampfschiffverkehrs nach Strassburg im September 1838 war die Zahl der Reisenden angestiegen, und als sich zu Beginn der 1840er Jahre die Eröffnung der neuen Eisenbahnlinie von Basel nach Strassburg abzuzeichnen begann, wurde immer deutlicher, dass dadurch ein weiterer Zustrom von Reisenden zu erwarten war. Es war daher ein guter Zeitpunkt für einen Neu- und Ausbau: Als der Französische Bahnhof in Basel im Dezember 1845 eröffnet wurde, stand der prachtvolle Neubau des Hotels Drei Könige bereits vollendet und aufnahmebereit, nicht länger ein altertümlicher Gasthof, sondern ein prachtvolles, grossstädtisch wirkendes Hotel in modernen klassizistischen Formen.

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