Deckelterine

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Deckelterine

Meissen, um 1730?1735
bemalt wohl von Johann David Kretzschmar
Schwertermarke unterglasurblau
Porzellan, Unterglasurmalerei (blau),
Aufglasur?und Goldmalerei
Dm. Terrine ohne Henkel 25 cm, H. mit Deckel 21 cm
Inv. 1975.1160.
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung

Die Tafelkultur hatte im 18. Jahrhundert einen Höhepunkt erreicht, der sich nachhaltig auf die Porzellangeschirrproduktion auswirkte. Damals wurden die Formen entworfen, die heute noch unsere Tafel zieren. Während Terrinen mit Ausschnitt im Deckel für den Schöpflöffel für Punsch oder andere eher flüssige Speisen geschaffen wurden, dienten solche mit geschlossenem Deckel gewöhnlich zum Servieren von kalten Pasteten. Beim Inhalt unseres Beispiels dürfte es sich um Fischspeisen gehandelt haben, sind doch die Griffe als kleine Fische in der Form von Grundeln gestaltet. Der gemalte Dekor geht auf japanische Imarivorbilder zurück, die ihrerseits auf chinesischem Porzellan-Dekor der Zeit um 1600 basieren: das brokatstoffartige Lambrequin ist mit "kaiserlichen Blumen" und nachempfundenen buddhistischen Symbolen geschmückt. Der selten erhaltene Untersatz vervollständigt erst die Erscheinungsform; hier nimmt er den gebörtelten Deckelrand und das Lambrequin als Dekorationselemente in seiner Fahne auf.