Figur einer Kaffeetrinkerin, an einem Tisch sitzend

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Figur einer Kaffeetrinkerin, an einem Tisch sitzend

Ludwigsburg
um 1763/64 (Modell)
Modelleur: Beyer, Johann Christian Friedrich Wilhelm (1725-1806)
Porzellan mit Aufglasurbemalung
H. 18,5 cm; B. 13,7 cm, T. 11,1 cm (Sockel)
Inv. 2003.171.

Die Kaffeetrinkerin ist wohl eine der elegantesten Figuren der Ludwigsburger Manufaktur. In ihr verbinden sich grosszügige Bewegungsmotive und eine minutiöse Gestaltung der Details zu einer harmonischen Gesamtform. Die lässig gekleidete Figur ist beim Einschenken des Kaffees geschildert, der auf einem runden Tischchen neben ihr steht. Doch offensichtlich ist sie abgelenkt und hält bei ihrem Tun inne: Während ihr Körper noch auf den Tisch und das Geschirr ausgerichtet ist, dreht sie den Kopf in die andere Richtung. Daraus ergibt sich ein gegensätzliches Bewegungsmotiv, das der Figur eine grosse Spannung (bis in die Fussspitze hinein) verleiht. Doch nicht nur die Figur ist gedreht. Ihre Torsion findet in den verschlungenen Delphinschwänzen der Tischstütze und den gewundenen Kanneluren der Kaffeekanne ein formales Echo. Dieser formalen Fülle bietet eine rechteckige, nur mit einem Tuch bedeckte Sockelplatte eine ruhige Basis.

Die Ludwigsburger Manufaktur war 1758 vom württembergischen Landesherrn, Herzog Carl Eugen, gegründet worden. In die württembergische Hofkunst hatte der Klassizismus frühzeitig Eingang gefunden, und auch die Porzellanmanufaktur profitierte von der intensiven und ambitionierten Kunstfördeung des Herzogs. So war der Modelleur dieser Figur, Johann Christian Friedrich Wilhelm Beyer (1725-1806), im Rahmen eines herzoglichen Stipendiums von 1751 bis 1759 in Rom gewesen und hatte dort die antike Kunst an ihrem Ursprung kennenlernen können. Fünf Jahre nach seiner Rückkehr, um 1764, schuf er diese grossartige Figur, welche die körperliche Harmonie antiker Skulpturen mit der Kostbarkeit und Zierlichkeit der Porzellanplastik vereint.