Wildsau und Kopfsalat

Sie gehören zu den grossen Schätzen der Keramikkunst: Terrinen in Gestalt von Tieren sowie täuschend echt wirkende Teller mit Oliven oder Salat, die in der Strassburger Fayencemanufaktur der Familie Hannong gefertigt wurden. Eine neue Präsentation im Erdgeschoss des Hauses zum Kirschgarten rückt diese Kostbarkeiten des 18. Jahrhunderts in den Blickpunkt und stellt sie in den Kontext der damaligen Tafelkultur.

Strassburger Fayence und Tafelkultur


Zusammen mit der Neupräsentation wird im Christoph Merian Verlag eine Publikation zu den Hauptwerken und den wichtigsten Neuerwerbungen der vergangenen drei Jahrzehnte erscheinen und die grosse Bedeutung der Basler Strassburg-Sammlung sichtbar machen. 

In der bedeutenden und umfangreichen Keramiksammlung des Historischen Museums Basel nehmen die Strassburger Fayencen eine besondere Stellung ein. Basel war im 18. Jahrhundert, als die Stadt blühenden Handel, grossen Wohlstand und rege Bautätigkeit aufwies, eine Stadt ohne eigene Produktion von Feinkeramik; hochwertiges Tafelgeschirr musste daher importiert werden.

Die Produkte der Strassburger Fayencemanufaktur erfüllten die Ansprüche der anspruchsvollen Basler Oberschicht bezüglich Feinheit des Materials und Qualität der Bemalung. Von der Gründung 1721 bis zum Konkurs der Manufaktur 1781 waren Strassburger Fayencen über ein halbes Jahrhundert lang das bevorzugte Geschirr in den vornehmen Basler Haushalten. Davon zeugen Basler Familienwappen auf den Tellern und Platten sowie die Herkunft zahlreicher Objekte aus alten Basler Familien. Einige prachtvolle Kachelöfen belegen, dass man sich bei der Ausstattung von Basler Häusern mit besonders hochwertigen Öfen ebenso nach Strassburg wandte wie für die Ausstattung der festlichen Tafel.

Kabinettausstellung vom 8. Juni 2018 bis 29. Juli 2019

Historisches Museum Basel – Haus zum Kirschgarten
Elisabethenstrasse 27, 4051 Basel