An prachtvoller Lage inmitten der Merian Gärten lädt das Museum für Pferdestärken zum Bestaunen alter Kutschen und Schlitten ein. Die öffentliche Sammlung ist die  bedeutendste dieser Art in der Schweiz. Zeugen der Mobilität unserer Vorfahren erzählen von der Faszination des Reisens und der Mobilität gehobener Bevölkerungsgruppen. 

Das Museum für Pferdestärken befindet sich bei Münchenstein am südöstlichen Stadtrand von Basel.  Der ehemalige Kuhstall des Landguts von Christoph Merian wurde 1980 umgestaltet, bevor 1981 das Kutschenmuseum als viertes Ausstellungsgebäude des Historischen Museums Basel eröffnete. Gebäude und Areal gehören der Christoph Merian Stiftung.

 

 

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Kutschen und Schlitten

Herrschaftliche Stadtfahrzeuge aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Ergänzend zeigt das Museum einzelne noch ältere, sehr seltene Kutschen. Bei den Schlitten reicht das Spektrum vom reich verzierten Prunkschlitten der Barockzeit bis zu neueren Gebrauchsschlitten. Die meisten Fahrzeuge wurden in Basel selbst gebaut oder hier benützt. 

Ein Glanzstück der Ausstellung ist der barocke Diana-Schlitten vom kurpfälzischen Hof. Mit diesem reich geschmückten, festlichen Gefährt genoss der Adel in der Zeit des Barocks Ausflüge durch die Winterlandschaft. 

Die Biedermeier-Kalesche ist ein weiteres Highlight in der Sammlung. Der typische Reisewagen war für lange Strecken geeignet, konnte jedoch durch das Entfernen von Front-, Seitenscheiben und Vordach in ein offenes Fahrzeug für städtische Fahrten verwandelt werden.

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Kinderwagen und Kinderschlitten

Als Spielzeug für die Kinder oder auch als eigentliche Kinderwagen hergestellte Fahrzeuge wurden von den Kindern selbst oder von einem Kindermädchen bzw. Hausburschen gezogen. Manchmal wurden auch Hunde, Ziegen oder Schafe vorgespannt. Ein Fahrzeug der Sammlung entspricht sogar einer korrekten Verkleinerung einer Biedermeier-Kalesche. 

Von Hand gezogene oder geschobene Schlitten dienten im Winter als Kinderwagen. Die Kinder reicher Familien wurden mit in warme Pelze eingepackt und so vom Hausdiener oder Hausmädchen zur Schule gefahren. Zum Schlittschuhlaufen wurden die Kinder ebenfalls in solchen Schlitten zum Schieben mitgenommen.

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Geschäftswagen

In Ergänzung zu den Luxuswagen besitzt das Museum einige Geschäftswagen, die einst in Basel verkehrten, so einen Marktwagen, Brotwagen, Leiterwagen, Brückenwagen, Handwagen eines Malers, Kehrichthandwagen, Handwagen aus dem Basler Mädchengymnasium, Krankentransportwagen, Handwagen des Vermessungsamtes, Schnappkarren etc. 

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Reiseutensilien

Pferdebeschirrungen, Schlittenpelze, Livreen, Glocken, Lampen und diverse weitere Kleinobjekte aus der Kutschen- und Pferdezeit ergänzen die Ausstellung. Die verschiedenen Accessoires – insbesondere des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – veranschaulichen die rasante Entwicklung auf den Basler Strassen vor dem Siegeszug des Autos.