Die «Kagel-Zelle» im Musikmuseum wieder eröffnet

Im Musikmuseum ist die «Kagel-Zelle» wieder mit neuen Originalobjekten, Materialien, Instrumenten zum Ausprobieren und Filmsequenzen des Komponisten Mauricio Kagel eingerichtet.

Gezeigt wird im 2. Obergeschoss «Kagels Theatrum instrumentorum» mit so ungewöhnlichen und phantasievollen Klangerzeugern wie der Saugnapfrolle, dem Lautsprecher-Dämpfer oder den Klappersandalen. Schon 2006 konnten sich zahlreiche Besucher in der Sonderausstellung «Kind + Kagel» ein Bild vom Schaffen des weltberühmten Komponisten Mauricio Kagel (1931–2008) machen, dessen umfangreiche Sammlung von Klangerzeugern als Depositum der Paul Sacher Stiftung im Musikmuseum aufbewahrt wird. Danach wurde mit der Kagel-Zelle dem Komponisten ein eigener Raum gewidmet, der nun wieder zugänglich ist.
Neben einigen erwähnten Exponaten aus der «Kind + Kagel“-Ausstellung sind auch Klangerzeuger aus den Werken «Der Schall», «Exotica», «Ludwig van», «Staatstheater», «Acustica», «Match» und «Unter Strom» vertreten. Zu den ergänzenden Partituren, Photographien und Filmen neu hinzugekommen ist eine Filmdokumentation von Kagels bunter Orchestermaschine, dem «Zwei-Mann-Orchester» – aufgenommen im Museum Tinguely im Frühling dieses Jahres, als dort die dritte «Basler Fassung» aufgebaut und gespielt wurde.
Kagels Instrumentenbegriff war weit gespannt: «Alles was Klang hervorzubringen vermag, ist potentiell instrumentum (Werkzeug) in der Vorstellung des Komponisten wie in der Hand des Interpreten». Die Kagel-Zelle funktioniert deshalb auch als akustische Spielwiese: mit nachgebauten Kinderinstrumenten wie dem Flipperkasten oder dem elektroakustischen Taststab können Gross und Klein ihre eigenen Kompositionen ausprobieren.