Die gotische Bettelordenskirche beherbergt das Historische Museum Basel schon seit seiner Gründung im Jahr 1894. Unterdessen ist die Barfüsserkirche das Haupthaus des Historischen Museums Basel, das mit seinen vier Häusern als das bedeutendste kulturhistorische Museum am Oberrhein gilt. Der Fokus der Dauerausstellung in der Barfüsserkirche liegt auf der historischen Identität von Basel an der Schnittstelle der Kulturen der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs. Die Highlights der Sammlung – der Basler Münsterschatz, die Fragmente des Basler Totentanzes, die spätmittelalterlichen Bildteppiche oder das Amerbach-Kabinett – zählen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auch das reiche archäologische Erbe der Region, das bis in die Zeit der Kelten zurückreicht, ist dargestellt. Anhand ausgewählter Themen und Kapitel lädt die Barfüsserkirche zu einer abwechslungsreichen Promenade durch die Basler Stadtgeschichte ein. Zahlreiche Multimediaeinrichtungen bieten erweiterte Informationsmöglichkeiten.
BARFÜSSERKIRCHE


Gebäudegeschichte
Zusammen mit dem Kloster des Franziskanerordens entstand die Barfüsserkirche noch vor dem grossen Basler Erdbeben (1356) im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Sie steht auf den Fundamenten einer ersten, 1256 geweihten Kirche. Der heutige Bau trägt Spuren tiefgreifender Umbauten, die eigentlichen Klostergebäude wurden ab 1820 abgebrochen. In ihrer Anlage und Grösse immer noch ein eindrucksvolles Zeugnis der Bettelordensarchitektur, steht die Barfüsserkirche heute unter nationalem Denkmalschutz.
Nach der Reformation 1529 und der Aufhebung des Klosters erlebte die Kirche ein wechselvolles Schicksal: Der Chor wurde zur Fruchtschütte umgenutzt, während das Schiff noch bis 1794 dem reformierten Gottesdienst diente. Nach der endgültigen Profanierung wurde der Raum als Warenlager und von 1799 an über 30 Jahre als Salzmagazin benutzt. 1843 erfolgte der Umbau zum Lagerhaus für die Kaufmannsanstalt, welches jedoch nur bis 1865 Bestand hatte. Die Diskussion um das weitere Schicksal gipfelte 1882 in der Empfehlung der Regierung, die Kirche zugunsten des Neubaus einer Töchterschule abzubrechen. Nach der knappen Ablehnung dieses Projekts folgten Zwischennutzungen als Pfandleihanstalt, Buttermarkt und Versteigerungslokal. 1888 erging der Beschluss des Regierungsrats, die Kirche als Sammlungsgebäude zu verwenden und sie dem Bundesrat als Sitz für das zu gründende Schweizerische Nationalmuseum anzubieten. Obwohl der Standortentscheid zugunsten Zürichs ausfiel, hielt Basel danach am Projekt der Museumskirche fest.
So wurde der Bau 1894 Sitz des Historischen Museums. Das erste Ausstellungskonzept nutzte das Schiff als Waffenhalle, der Chor wurde den kirchlichen Altertümern mit der Sakristei als Schatzkammer vorbehalten. Jochweise waren in die Seitenschiffe elf historische Zimmer sowie das Münzkabinett eingebaut, darüber waren auf eingezogenen Emporen die Musikinstrumente, die Staats- und Rechtsaltertümer, die Hausgeräte und die Objekte des Kunsthandwerks ausgestellt. Der 1981 abgeschlossene Ausbau war das Ergebnis umfangreicher Sanierungsmassnahmen. Die Kirche war als Spätfolge der Salzeinlagerung einsturzgefährdet. Ein Ziel der Denkmalpflege war auch die Wiederherstellung der spätgotischen Raumarchitektur. Die Museumsnutzung profitierte durch den Zugewinn eines Untergeschosses.