09. November 2016 | von Gudrun Piller & Carmen Simon Kommentieren

Wie wird der Museumsbesuch zum Abenteuer?

Interview mit Gudrun Piller, Direktorin a.i.

Das Historische Museum Basel ist der diesjährige Partner von Museomix in der Deutschschweiz. Museomix ist ein Verein wie auch ein dreitägiges Kreativ-Event, das in diesem Jahr vom 11.-13. November im Museum für Geschichte stattfindet. An diesem Event tüfteln inter- und transdisziplinäre Teams während drei Tagen in und für Museen, wobei am Ende pro Team und Aufgabe eine funktionierende Lösung in Form eines Prototypen präsentiert wird. Dies geschieht alles mit dem Ziel, das Museum lebendiger zu machen – lebendig für eine breite Bevölkerung und vor allem spannend für das Museumspublikum der Zukunft. 

Bis zum Kreativevent Museomix, stellen wir Ihnen die sechs Herausforderungen vor, die den Museomix-Teams gestellt werden. 

Herausforderung 6

Wie wird der Museumsbesuch zum Abenteuer? Wie verbinde ich Spass und Wissen im Museum? Wo führt mich der Weg hin, wie finde ich das Ziel? Was lässt mich suchen und finden? Wie können wir unterhaltsame Wissensvermittlung für Erwachsene ins Museum bringen? Die Abenteuerreise “Museum” ist lanciert.“

1. Weshalb ist dieses Thema Deiner Meinung nach für das HMB von Bedeutung? 

Ein Abenteuer ist ja ein Erlebnis, bei dem wir nicht wissen, was uns erwartet, wie es sich entwickelt und was dabei herauskommt. Deshalb lieben wir schliesslich Abenteuer. Ein Museumsbesuch ist oft zu vorhersehbar, wir wissen, wie alles abläuft. Wir möchten aber, dass das Publikum bei uns Überraschungen erlebt, dass es vielleicht vom geplanten Weg abkommt und dass letztlich etwas in Erinnerung bleibt. So wie bei einem Abenteuer eben. Ausserdem sind wir ja ein historisches Museum. Die Vergangenheit und die Geschichten der Dinge als Zeugen der Vergangenheit, die bei uns zu sehen sind, sind ja oft wahnsinnig abenteuerlich. Aber merkt man das? Es ist das Ziel, dass Geschichte nicht als etwas Anstrengendes, sondern als etwas Aufregendes erlebt wird. 

2. Warum ist diese Frage für Dich in Deiner HMB-Funktion wichtig? 

Die Frage ist in meinen diversen Funktionen zentral – als Verantwortliche für Vermittlung, als Zuständige für Ausstellungen oder auch jetzt als interimistische Leiterin des Museums. In allen meinen Arbeitsbereichen spielt die Auseinandersetzung mit dem Ergebnisoffenen eine Rolle. Ergebnisoffen heisst auch, dass wir nicht alles selber definieren und generieren, sondern dass verschiedene Gruppen der Gesellschaft bei uns partizipieren. So ist es ja auch jetzt bei Museomix: Die Museomixer kommen von aussen und mischen unsere Institution auf. Dann wird auch unsere Arbeit zum Abenteuer und wir lernen, einen Blick von aussen auf uns selber zu richten.  

3. Was erhoffst Du Dir von dem entsprechenden Prototypen, den die Museomixer entwickeln werden? 

Ich kenne Museomix bisher nicht, das ganze Projekt ist also auch für das Museum und für uns als Mitarbeitende und Verantwortliche ein Abenteuer. Ich weiss deshalb nicht so ganz, was ich mir unter den Prototypen vorzustellen habe. Vielleicht entsteht eine Maschine, bei der jeder Gast eine Schicksalskarte für den Museumsbesuch zieht mit einer abenteuerlichen Aufgabe? Ganz toll wäre es natürlich, wenn sich einer der Prototypen umsetzen liesse. Aber das ist vielleicht ein falscher Ansatz, es geht um die Auseinandersetzung mit dem Thema und eben – alles ergebnisoffen.



Gudrun Piller ist Historikerin und Germanistin. Sie ist seit 1998 am Historischen Museum Basel tätig. Zuerst als freie Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Vermittlung, wurde sie 2001 Leiterin derselben Abteilung (später Abteilung: „Ausstellung und Vermittlung“). Im Jahr 2004 übernahm Gudrun das Amt als Vizedirektorin und ist seit 2015 interimistische Direktorin des Historischen Museums Basel. An Museomix 2016 ist Gudrun Piller als interimistische Direktorin des HMB verantwortlich für den Event und wird den Museomixern als Expertin zur Seite stehen.

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