18. Februar 2016 | von Eliane Tschudin Stammler Kommentieren

Die Ausstellung Silber & Gold entsteht (1/2)

Eine grosse Ausstellung wie "Silber & Gold", die in zehn Räumen des Hauses zum Kirschgarten über 300 Objekte auf ganz neue Art erleben lässt, will gut geplant sein. Alle Fäden des Ausstellungsaufbaus laufen bei der Restauratorin Franziska Schillinger zusammen. Denn immerhin gilt es, die verschiedenen externen Fachplaner und Museumskollegen zu koordinieren: das Pariser Gestaltungsstudio Adeline Rispal, die Schreinerei des Vitra Design Museums in Weil am Rhein, den Lichtdesigner Gregor Gallian aus Rheinfelden und nicht zuletzt über 20 Mitarbeitende des HMB!

Der Ausstellungsbau: 200 m² Holzfaserplatten, 35 Glasscheiben und eine halbe Tonne Metall

Das Museum für Wohnkultur verfügt nicht über die für Sonderausstellungen nötige Infrastruktur. Die Wohnräume des Stadtpalais aus dem späten 18. Jahrhundert bilden eine reizvolle Kulisse, doch stellen sie eine besondere Herausforderung für die Szenografinnen dart. Es geht darum, eine Ausstellung in der Ausstellung zu schaffen, die eigenständig und klar erkennbar ist sowie einen abwechslungsreichen Rundgang ermöglicht. Demensprechend aufwändig gestaltet sich die Ausstellungsarchitektur bei „Silber und Gold“.
Die Werkstatt des Vitra Design Museums liefert die Elemente für die Einbauten. Insgesamt werden ca. 200 m² formaldehydfreie MDF-Platten, 35 Glasscheiben in verschiedenen Grössen und eine halbe Tonne Metall zu Sockeln, Vitrinen, Tischen und Regalen verarbeitet. Die Einzelteile werden anschliessend in die Ausstellungsräume transportiert und dort zusammengebaut.

 (© Studio Adeline Rispal / Photo Luc Boegly)
 vorher & nachher (© Studio Adeline Rispal / Photo Luc Boegly)

Die Verwandlung der Tapisserienstube

Bei der "Grossen Tapisserienstube", die dem Thema „Tafelfreuden“ gewidmet ist, sind die Eingriffe in die bestehende Ausstellung beachtlich. So müssen zunächst Tische und Stühle entfernt werden, einzelne Tapisserien und Schränke verschwinden hinter einer Holzverschalung.  

Nun entsteht eine lange Tafel mit riesigen Spiegeln an beiden Enden. Zum Schutz der wertvollen Trinkgefässe, die dort ausgestellt werden, dienen imposante Glasscheiben. Ein Deckel, in dem die Spots versenkt werden, schliesst die Vitrine ab. Nun können die kunstvoll gestalteten Trinkgefässe aus dem 16. bis 20. Jahrhundert auf der Tafel  platziert werden. Ist das Resultat  nicht verblüffend?: Dank dem perfekten Zusammenspiel von Spiegel, Glas und Licht vermehren sich die Exponate bis zur Unendlichkeit. Die räumliche Erfahrung können Sie vor Ort erleben! 

 

Und wie wichtig die Inszenierung des Lichtes ist, erfahren Sie im folgenden  Blogbeitrag.

Gehe zu Blogbeitrag "Opens external link in new windowLicht an!" (2/2)

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