08. April 2016 | von Annina Banderet Kommentieren

„D Ysebahnbrugg isch aabe…“

Wir schreiben das Jahr 1891 und seit dem tragischen Eisenbahnunglück von Münchenstein sind erst 5 Tage vergangen. Albert Emanuel Hoffmann-Burckhardt ist erschüttert, hat er doch die Unfallstelle mehrmals besucht und das grosse Leid mit eigenen Augen gesehen. Als vermögender Textilkaufmann ist er selbst viel auf Reisen, früher mit der Kutsche, nun zunehmend auch mit der Eisenbahn. Er kennt sich mit der neu aufkommenden Technologie bestens aus und ist selbst an einigen Bahngesellschaften der Schweiz beteiligt.

Das Unglück ereignete sich, als ein Personenzug auf dem Weg von Basel nach Delémont die Brücke über die Birs bei Münchenstein passierte. Zahlreiche Leute reisten an jenem Sonntag an das Bezirksgesangsfest nach Münchenstein. Die Brücke hielt der Belastung des bis auf den letzten Platz gefüllten Zuges nicht stand und stürzte ein. Errichtet hat sie übrigens kein geringerer als Opens external link in new windowGustav Eiffel! Die beiden Lokomotiven und insgesamt vier Personenwagen stürzten in die Fluten der Birs. Ein weiterer blieb an der zusammenbrechenden Brücke hängen und wurde auseinandergerissen. Mit den Worten „d Ysebahnbrugg isch abe…“ wird ein Konzert in der nahen Kirche jäh unterbrochen und die Festbesucher eilten als Erste zum Unglücksort. Bei dem Unglück kamen 73 Personen ums Leben, 171 Personen wurden verletzt. Eines der Todesopfer kennen Sie bestimmt: Opens external link in new windowWilhelm Bubeck ist der Erfinder der bis heute in Basel und Umgebung stehenden Opens external link in new windowBasiliskenbrunnen!

Albert Emanuel Hoffmann-Burckhardt, gespielt von unserem Schauspieler Samuel Bally, nimmt Sie mit in die ereignisreichen Tage im Juni 1891. Lassen Sie sich diesen spannenden Zeitzeugenbericht nicht entgehen!

Mehr zum Unglück erfährt man im Opens external link in new windowBlog des Staatsarchivs Basel-Stadt.

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