26. Juli 2016 | von Stefan Bürer Kommentieren

Auf der digitalen Allmend

Hackathon 2016 in Basel

Daten gelten als der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Dieser Rohstoff macht Internetfirmen unglaublich reich und mächtig, er steht aber auch der Allgemeinheit zur Verfügung in Form von offenen Daten oder "Open Data". Offene Daten werden von Institutionen wie Archiven, Bibliotheken und Museen, den sogenannten GLAM (Galleries, Libraries, Archives, Museums), aber auch von Gemeinwesen, Firmen und privaten Personen zur Verfügung gestellt und können von allen frei genutzt werden.

Offene Weide

Offene Daten werden als Wissensallmende bezeichnet, da sie, gleich wie die in der Schweiz bestens bekannte Allmende, von Allen genutzt werden können. Doch anders als bei einer Allmende wie z.B.: eine Alp, die nur den Mitglieder eines Gemeinwesens genutzt werden können und dessen Benützung reglementiert ist, um eine Übernutzung zu vermeiden, nützen sich Daten bei Gebrauch nicht ab. Im Gegenteil, normalerweise werden Daten besser, je mehr sie benützt werden, weil sie kontrolliert und korrigiert werden. Offene Daten unterliegen also keiner Beschränkung.

Neue Arten, wie diese offenen Datensätze verwendet werden können, werden an sogenannten Opens external link in new windowHackathons ausprobiert. Dieses Jahr fand ein Opens external link in new windowHackathon in Basel an der Unibibliothek Basel statt.


Impressionen des Hackathons 2016 in Basel

Während zwei Tagen programmierten und visualisierten Leute aus verschiedenen Disziplinen eine erstaunliche Fülle von Anwendungen aus diesen Datensätzen.

Eine Welt namens Wikipedia

Eines der bekanntesten Projekte der Wissensallmende ist Wikipedia und dessen Schwesterprojekte. Wikipedia gehört zu den am meisten aufgerufenen Webseiten des Internets und hat sich aus einer Nische heraus zur wichtigsten Enzyklopädie des Internets entwickelt. Dabei folgt Wikipedia den Prinzipien des offenen Zugangs: sowohl das Abrufen der Artikel wie auch erstellen und korrigieren ist für alle offen und frei. Damit die Artikel nicht mutwillig verfälscht, sondern stetig verbessert werden, prüft eine Gemeinschaft alle Änderungen, bevor sie publiziert werden. 

Museen und Wikipedia passen wunderbar zusammen: im Museum befinden sich Teile des kulturellen Erbes einer Gesellschaft, Objekte und das dazugehörige Wissen, sowohl bei den Museumsmitarbeitenden wie auch beim Publikum. Wikipedia bietet das Gefäss, dieses Wissen und die Materialien in eine zugängliche Form zu bringen. Das HMB veröffentlicht deshalb seit einigen Jahren Bilder und Daten zu den zentralen Themen des Museums, wie Amerbach Kabinett, Münsterschatz, Totentanz, Eisenbahn etc. auf Opens external link in new windowcommons.wikimedia.org, die dann in den Artikeln verwendet werden können. 

Um diese beiden Welten, Museen und Wikipedia, einander näher zu bringen organisierte das HMB am Hackathon zwei Wikipedia Ateliers, an denen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter der kundigen Leitung erfahrener Wikipedianer die Grundlagen von Wikipedia kennen lernten und an Lexikon-Artikel schrieben.


Inside Wikipedia

Denn so naheliegend die Verbindung Museum und Wikipedia auch scheint, es muss noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, um das Wissen der Museen in Wikipedia einzubringen und sowohl Museen wie auch Wikipedia voneinander profitieren können: Museen erreichen dank guter Inhalte in Wikipedia ein noch grösseres Publikum und die Enzyklopädie wird reicher und besser.

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