MUSIKMUSEUM

AUF TAKT!
METRONOME UND MUSIKALISCHE ZEIT

20.01.2017–04.02.2018

Musik ist eine Zeit-Kunst. Mit dem vor 200 Jahren auf den Markt gekommenen Metronom scheint diese musikalische Zeit messbar zu sein – in jedem Fall veränderte dieses Gerät das Zeit-Gefühl in der Musik nachhaltig. «Auf Takt!» spürt dieser Geschichte nach und zeigt eine umfassende Metronom-Sammlung.

In einer Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz – Hochschule für Musik.

Vor 200 Jahren kam mit dem Metronom ein Gerät auf den Markt, mit dem die musikalische Zeit scheinbar messbar wurde. Geschwindigkeitsangaben in der Musik waren nun exakt möglich und viel genauer als Tempowörter wie Adagio, Andante oder Allegro. In jedem Fall veränderte der Siegeszug des Metronoms das Zeit-Gefühl in der Musik nachhaltig: in den Stuben der Komponisten und den Übungszimmern der Musiker ebenso wie in den Konzertsälen und später auch den Aufnahmestudios. Das Metronom wurde in erster Linie zur Verständigung über das Tempo verwendet, aber auch zum Drillen im Musikunterricht – und schliesslich wurde es sogar zur tickenden Richtschnur für die Musik selbst. Diese Geschichte(n) erzählt die Sonderausstellung «Auf Takt!» mit über 175 Metronomen, musikalischen Zeitmessern und Taktgebern aus der Londoner Privatsammlung von Tony Bingham.

Neben diesen Geräten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert geht es in der Ausstellung auch um Themen, die uns alle etwas angehen: die Wirkung von Rhythmus auf den Menschen etwa, der Einfluss der inneren Uhr auf unser Musikhören oder aber der taktvolle Umgang miteinander. Auch der geniale und zugleich faszinierend einfache Mechanismus des Metronoms wird hier anschaulich. Taktgeber ganz anderer Art sind die Stäbe der Tambourmajoren und die Taktstöcke der Dirigenten. Ein eigenes Kapitel widmet sich musikalischen Werken, die das Metronom selbst als «Instrument» verwenden. Und ein klingendes Pendel von Lukas Rohner interpretiert das Ausstellungsthema auf ganz besondere Art. 

Ein vielfältiges Begleitprogramm mit Konzerten und Vorträgen bildet den Rahmen der Ausstellung. Im Blog zur Ausstellung sprechen Basler Persönlichkeiten über ihre Erlebnisse mit dem Metronom oder dem eigenen Rhythmus im Leben.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog der MetronomSammlung von Tony Bingham, der zu einem Sonderpreis im Museum erworben werden kann.

ÖFFUNGSZEITEN

HMB – Musikmuseum
Im Lohnhof 9
4051 Basel
T +41 61 205 86 00

Mi–Sa 14–18 Uhr
So 11–17 Uhr

EINTRITTSPREISE

CHF 10.– 
CHF 5.– (Personen unter 20 Jahren und/oder in Ausbildung bis 30 Jahre, Gruppen ab 10 Personen)
Kinder bis 13 Jahre gratis

FÜHRUNGEN

Öffentliche Führungen kosten CHF 5.– exklusiv Museumseintritt. 

Veranstaltungen

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FÜHRUNG MIT KONZERT

DIE GELEHRTENFRAGE
Fr 17.11.2017, 16.30 Uhr
Isabel Münzner und Martina Kazmierczak
Übt es sich am besten mit einem Metronom? Wir haben Geschichten gesammelt - zu Lust und Frust beim Üben, zur Laien-Leidenschaft und Profi-Faulheit. Begleiten Sie uns durch die Instrumenten-Sammlung und bleiben Sie bis zur Museumsschliessung, denn dann beginnt das Konzert, bei dem die Geschichten auf den alten Instrumenten erklingen.
Kosten: Eintritt + Führung CHF 5.–

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PODIUMSDISKUSSION

EKSTATISCHE MOMENTE
So 15.10.2017, 16.00 Uhr
«EXTASE» ist eine prophetisch-musikalische Auseinandersetzung mit der vergessenen Sinnlichkeit des Augenblicks und dem sterbenden Dirigenten. Wir laden das Theater-Kollektiv Gilliéron/Koch/Wey wie auch Komponist Lukas Huber ein und fragen nach dem Metronomischen in ihrem neuen Stück. Moderation:
Musikwissenschaftler Silvan Moosmüller.
In Kooperation mit der Kaserne Basel. Die «Extase» ist vom 13. bis 17.10. im Rossstall zu sehen.
Kosten: Eintritt

 

 

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FINISSAGE

TICKT'S NOCH?
Vorträge und Sound-Lecture: So 4.2.2018, 15.00 Uhr
Bevor die Metronome wieder verpackt werden, erzählen uns Musikwissenschaftlerin Carolin Krahn und Leila Zickgraf etwas über Applausverhalten und das Rhythmische bei Stravinsky. Zwischen den Vorträgen gibt
es eine Sound-Lecture-Performance: Der Künstler Sebastian Kunas wird in einen Dialog mit Metronomen treten.
Eintritt: frei (1. Sonntag im Monat)

KONZERTE IM BIRD'S EYE JAZZ CLUB

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NEW RHYTHM STRING QUARTET

Do 5.10., 20.30 bis ca. 22.45 Uhr

Muneer Fennell: cello
Anastasios Savvopoulos: guitar
Bänz Oester: bass
Norbert Pfammatter: drums

«Das Metronom ist ein Hilfsmittel für die musikalische Arbeit hinter den Kulissen und tritt bei der musikalischen Präsentation somit nie in Erscheinung.
Das Metronom produziert einen absolut gleichmassigen / regelmässigen Puls und wäre in dieser Form für die Musik des New Rhythm String Quartet’s nicht zu gebrauchen, weil in unserer Musik der Puls verschiedene Schrittlängen haben kann, was bestimmt ein typisches Merkmal dieser Musik ist, eine Art elastische Schritte, somit leider nichts für Mälzel’s Metronom.»
Norbert Pfammatter

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Seibold – Evans – Koch – Rossy

Di 10. und Mi 11.10., 20.30 bis ca. 22.45 Uhr

Niko Seibold: alto/soprano saxes 
William Evans: piano
Roberto Koch Gonzales: bass
Jorge Rossy: drums/vibraphone

«Das Metronom gehört zur Grundausrüstung im Proberaum eines jeden professionellen Musikers. Es ist uns ein Begleiter, aber auch ein unnachgiebiger Mentor, manchmal Freund und manchmal Feind. Welche Auswirkung die langjährige Beschäftigung mit dem strengen Taktschläger hat, kann man beim Konzert von Seibold/Evans/Koch/Rossy belauschen. Gemeinsam übernehmen die Musiker die Verantwortung für das Metrum, balancieren auf den Eckpfeilern seines rhythmischen Rasters, ohne dass einer dem anderen sein persönliches Rhythmusgefühl aufzwingt. So erreichen die vier Musiker die Metaebene des Metronoms, den gemeinsamen PULS.» 
Niko Seibold

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Richie Beirach – Gregor Huebner Duo

Do 9.11., 20.30 bis ca. 22.45 Uhr

Richie Beirach: piano
Gregor Huebner: violin

«metronomes  CAN  be somewhat useful to help teach children just what accurate and constant time sounds like ,,its ok to practice scales and arpeggios with at the beginning of a childs learning curve ,,also its true that practicing any instrument must be mostly done alone and kids get bored and lonely very easily ,,the constant click of a metronome can in certain situations be a friendly object for the student to relate to during the long but necessary hours of practicing''

another important and much more valid use of the metronome is for composers and arrangers to be able to accurately assess the exact tempo desired for the tempo of a piece or a section of a piece,,metronome markings made by the composer can be an important help especially with older music where the composer has passed away ,,and not available for information ,,of course these metronome markings are really just a guide and depending on the style of the piece the individual taste and knowledge of the player or conductor and even the size and dimensions of the concert hall or recording studio in which the piece is being performed or recorded''

the relationship of our music to a metronome is ,,,,that the metronome represents perfect accurate metrical time and the time feeling we want and aspire to in  OUR  music is very different ,it being totally involved with a very flexible and always breathing sense of time which resembles much more a  FLOW  rather than a MEASUREMENT ,,much of our music and all great music actually is about a very free and organic sense of the  PULSE  rather than the repeated exact metric beating of the metronome.

a simple analogy would be ,,when you first learn how to ride a 2 wheel bicycle for the first time when you are a child and try to get that feeling of independent balance it sometimes helps to have small training back wheels so you dont keep falling ,,then after a while when the child gets the hang of the 2 wheel balancing feeling the training wheels can be removed ,and you can just go ,,without them ,, metronomes are fascinating machines but are not really meant to be musical but they can play an important role in the beginning of a musical education to demonstrate accurate metrical time ,,which is an important skill and is part of what is necessary in a good musical education for your instrument.»
Richie Beirach

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Gesing Rohrer Meyer - Amiira

Do 7.12., 20.30 bis ca. 22.45 Uhr

Klaus Gesing: soprano sax/bass clarinet
Björn Meyer: e-bass
Samuel Rohrer: drums/electronics

«Metronom und Metrum: das sind, obwohl dieselbe Wortwurzel darin steckt, zwei Begriffe deren Bedeutung unterschiedlicher nicht sein könnte.
 
Einerseits das Metronom, das per Definition eine rigide Einteilung der Zeit betreibt, die oft hilfreich sein kann: z.B. um eine Idee zu bekommen, wie schnell das grundlegende Tempo eines Stückes sein sollte, und um diese Vorstellung dann als Metronom-Angabe an andere Musiker kommunizieren zu können.
Auch als wichtiges Hilfsmittel beim Üben, um die eigene Empfindung von Zeit und ihrer regelmäßigen Einteilung auf ihre Realitätsnähe- oder, im schlechteren Fall, -ferne überprüfen zu können.

Andererseits das musikalische Metrum, das vielfältig deutbar ist, und sich oft erst in der Aufführung konkretisiert.
Meint es die Einteilung der Zeit in Takte (4/4tel; 7/8tel; etc.), wie sie in vielen Musikrichtungen üblich ist?
Oder ist es auch eine Umschreibung für die Fluktuationen in der rhythmischen Ausgestaltung eines Stückes, einer Improvisation - und damit der Versuch, das kollektive und flexible Sich-Bewegen eines Ensembles entlang einer durch den Rhythmus vorgegebenen Zeitachse zu beschreiben?
Wie schnell wir etwas spielend improvisieren hängt von einer Vielzahl Faktoren ab, die allesamt nicht vorhersehbar, sondern nur kollektiv zu (emp-) finden sind, sich aus dem Fluss der Musik ergeben die gerade entsteht. 
In der Improvisation wird das Metrum und der Grad seiner Konkretheit aus dem Moment heraus entschieden, so, wie es mit der (vielleicht) vorhandenen Melodie und dem (ebenfalls nur eventuell anwesenden) harmonischen Gerüst geschieht.
Es unterwirft sich damit der gleichen, wunderbaren Unwägbarkeit, die alle improvisierte Musik auszeichnet.

Und das Metronom bleibt im Übungsraum.»
Björn Meyer
2018

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Bubaran

Do 18.1., 20.30 bis ca. 22.45 Uhr

Matthias Spillmann: trumpet/flugelhorn
Bernhard Bamert: trombone
Andreas Tschopp: trombone
Ronny Graupe: guitar
Lionel Friedli: drums

«Das Metronom ist ein Zeitmessgerät und als solches ein wertvolles und mir liebes Vergleichs- und Trainingsvehikel. Unerbittliche Gleichmässigkeit ist aber wohl eher ein physikalisches als ein musikalisches Faszinosum. (Auch ein mechanisches Gerät erreicht sie ja nicht tatsächlich – und selbst in der digitalen Welt sei ein exaktes Metronom äusserst schwer zu programmieren.)

Das Metronom setzt die Zaunpfähle, das Interessante spielt sich jedoch zwischen den Pfählen ab.
Es ist Referenzebene, interessant ist aber nicht diese an und für sich, sondern der Umgang damit. Die leichten Abweichungen, Phrasierungen, das Pulsieren im Gegensatz zum rigid Quantifizierten.

Dieser Puls als von den beteiligten Musikern gemeinsam geschaffenes Phänomen ist im Jazz wie auch in der Indonesischen Musik mit ihren ineinander verzahnenden rhythmischen Elementen sehr zentral – und damit in den beiden elementaren Inspirationsquellen der Musik von Bubaran.»
Andreas Tschopp

Weitere Informationen unter www.birdseye.ch

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Patrick Schnyder Jazz Orchestra

Sa 3.2., 20.30 und 21.45 Uhr

David Blaser, Nolan Quinn, Linus Hunkeler, Thomas Knuchel: trumpet
Lukas Wyss, Maro Widmer, Nina Thöni: trombone
Justin Clark: bass trombone
Matthias Kohler, Benedikt Reising: alto sax
Jonny Maag, Michael von Rohr: tenor sax
Patrick Schnyder: bariton sax/compositions
Christoph Siegenthaler: piano
Christoph Utzinger: bass
Simon Fankhauser: drums

«Eine Jazz Big Band ohne Metrum zu hören wäre wie ein Butterbrot ohne Butter zu verspeisen. Der Drummer ist im übertragenen Sinne unser Metronom, der Taktgeber und der Motor der Band der alles zusammenhält. 16 Musiker, getrimmt nach Metronom, bzw. Metrum zu spielen, bilden ein Vehikel das „in the pocket“ groovt und tight daher kommt.»
Patrick Schnyder

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Führungen

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RUNDGÄNGE

Tick-Tack – Auf den Spuren musikalischer Zeit

So 8.10.2017, 15.00 Uhr / Mi 5.12.2017, 12.30 Uhr
Kosten: Eintritt + Führung CHF 5.–
So. 4.2.2018, 11.00 Uhr
Kosten: Führung CHF 5.–
(Eintritt frei am 1. Sonntag im Monat)

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FAMILIENFÜHRUNG

SIND DIRIGIERSTÖCKE ZAUBERSTÄBE?
So 3.12.2017, 11.00 Uhr
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Mit Christine Erb
Wir werden es ausprobieren! Bei einem interaktiven Rundgang durch «Auf Takt!» werden Gross und Klein Gelegenheit haben «rumzudirigieren» – einmal schnell, einmal langsam. Wem gelingt es, die Gruppe zu verzaubern?
Kosten: Führung CHF 5.– (Eintritt frei am 1. Sonntag des Monats)

 

 

 

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FÜHRUNGEN FÜR BLINDE & SEHBEHINDERTE

Puls, Rhythmus, Takt

So 7.1.2018, 11.00 Uhr
Mit Stéphanie Berger und Johanna Stammler
Der Rundgang ist dank der Unterstützung durch die Emma Staub Stiftung kostenlos.

ANGEBOTE

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VERANSTALTUNG FÜR SCHULEN

Metronome, Dirigierstöcke, der eigene Puls

Schülerinnen und Schüler entdecken in der Ausstellung, was im Alltag und in der Musik den Takt angibt. Sie erleben innere und äussere Rhythmen bei musikalischen Experimenten und Improvisationen zu selbst gebautem Pendelschlag. Auch das Anleiten mit dem Taktstock kann erprobt werden. 

Die Veranstaltung ist für alle Schulstufen geeignet. 

Anmeldung

Die Veranstaltungen dauern 90 Minuten und sind für Schulklassen aus dem Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) kostenlos (andere CHF 180.-). Anmeldungen sollten mindestens zwei Wochen im Voraus erfolgen. Gerne nehmen wir Ihre Anfrage entgegen unter Tel. +41 (0)61 205 86 70 oder per E-Mail. Auch für selbstständige Klassenbesuche ist eine Anmeldung erwünscht.

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FÜHRUNG AUF BESTELLUNG

Gerne nehmen wir Ihre Anfrage entgegen unter Tel. +41 61 205 86 70 oder per E-Mail.